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Haarpflege

Haarbruch: Ursachen erkennen und Bruch gezielt vermeiden

Kurze, abstehende Härchen am Scheitel, Strähnen, die beim Bürsten in der Hand bleiben, Spitzen, die sich spalten: Haarbruch zeigt sich schleichend und wird oft mit Haarausfall verwechselt. Dabei liegt die Ursache selten an der Wurzel, sondern am Haarschaft selbst, und genau das ist eine gute Nachricht. Denn auf die Belastungen, die ein Haar brechen lassen, haben Sie deutlich mehr Einfluss, als viele denken.

Haarbruch oder Haarausfall? So erkennen Sie den Unterschied

Beim Haarausfall löst sich das komplette Haar mitsamt der Wurzel, erkennbar an der kleinen, hellen Verdickung am Ende. Beim Haarbruch bricht das Haar irgendwo entlang der Länge ab. Zurück bleiben unterschiedlich lange Strähnen, kurze Stoppeln an Ansatz und Scheitel und häufig kleine helle Punkte an den Bruchstellen.

Typische Anzeichen für Haarbruch:

  • viele kurze, abstehende Haare am Oberkopf, die sich nicht glätten lassen
  • abgebrochene Haarstücke ohne Wurzel auf dem Kissen oder in der Bürste
  • Spliss, also der Länge nach gespaltene Spitzen
  • raue, strohige Längen, die sich leicht verknoten

Die häufigsten Ursachen für Haarbruch

Ein Haar besteht aus Keratin und wird außen von einer Schuppenschicht geschützt. Liegt diese Schicht glatt an, gleitet das Haar und reflektiert Licht. Wird sie aufgeraut oder beschädigt, verliert der Faserkern Feuchtigkeit, das Haar wird spröde und bricht unter Belastung. Vier Belastungsarten kommen dabei am häufigsten zusammen:

Mechanische Belastung. Aggressives Bürsten, Rubbeln mit dem Frottee-Handtuch, enge Haargummis und straffe Frisuren setzen dem Haar täglich zu. Besonders empfindlich ist nasses Haar: Es dehnt sich stärker und reißt dadurch schneller.

Hitze. Föhn, Glätteisen und Lockenstab schädigen bei zu hohen Temperaturen das Keratin. Ohne Hitzeschutz summiert sich der Schaden mit jeder Anwendung.

Chemische Behandlungen. Blondieren, Färben und Dauerwellen greifen die Haarstruktur gezielt an, um zu wirken. Je häufiger und je heller aufgehellt wird, desto poröser wird das Haar.

Trockenheit. Heizungsluft, Sonne und salz- oder chlorhaltiges Wasser entziehen dem Haar Feuchtigkeit. Trockenes Haar verliert Elastizität, und unelastisches Haar bricht.

Warum die Nacht eine unterschätzte Rolle spielt

Sechs bis acht Stunden Schlaf bedeuten sechs bis acht Stunden Kontakt zwischen Haar und Kissen. Wer sich im Schlaf dreht, reibt die Längen immer wieder über den Stoff. Auf einem klassischen Baumwollbezug verhaken sich die Haare in der vergleichsweise rauen Gewebeoberfläche, die Schuppenschicht wird Nacht für Nacht aufgeraut. Das Ergebnis kennen viele: morgens Frizz, verknotete Längen und abgebrochene Härchen auf dem Kissen.

Dazu kommt ein zweiter Effekt: Saugfähige Baumwollgewebe nehmen über Nacht Feuchtigkeit aus Haar und Haarpflege auf. Ohnehin trockenes Haar startet so noch trockener in den Tag.

Wer mit nassen Haaren schlafen geht, verschärft beides. Nasses Haar ist im empfindlichsten Zustand, während die Reibung am Kissen unverändert wirkt.

Haarbruch vermeiden: was tagsüber hilft

  • Sanft entwirren: mit einem grobzinkigen Kamm von den Spitzen zum Ansatz arbeiten, nie umgekehrt. Nasses Haar nur drücken, nicht rubbeln.
  • Hitze reduzieren: die niedrigste Temperatur wählen, die für Ihr Styling reicht, und konsequent Hitzeschutz verwenden. An freien Tagen lufttrocknen lassen.
  • Lockere Frisuren: straffe Zöpfe und dünne Gummis gegen weiche, stoffummantelte Haargummis und lockere Frisuren tauschen, besonders über Nacht.
  • Spitzen pflegen: regelmäßiges Schneiden stoppt Spliss, bevor er das Haar weiter hinaufwandert. Leave-in-Pflege gibt trockenen Längen Feuchtigkeit zurück.

Die nächtliche Stellschraube: glatte Oberflächen

Die Reibung im Schlaf lässt sich nicht durch Disziplin abstellen, niemand kontrolliert nachts seine Bewegungen. Sie lässt sich aber über die Oberfläche beeinflussen, auf der das Haar liegt.

Ein Kissenbezug aus Seide hat eine deutlich glattere Oberfläche als Baumwollgewebe. Das Haar gleitet über den Stoff, statt sich in ihm zu verhaken, die Schuppenschicht bleibt geschont, und die mechanische Belastung sinkt in genau den Stunden, in denen Sie sie nicht selbst steuern können. Ein dicht gewebtes Seidengewebe entzieht dem Haar zudem weniger Feuchtigkeit als saugfähige Baumwolle. Was dichte Webung ausmacht und was die Gewichtsangabe Momme bedeutet, erklären wir im Beitrag über Maulbeerseide.

Eine Ergänzung für alle, die mehr Schutz möchten, ist eine Seidenhaube. Sie umschließt das Haar vollständig und hält auch Locken, lange Haare und Schutzfrisuren über Nacht in Form. Wer zusätzlich einen locker geflochtenen Zopf trägt, unter der Haube oder auf dem Seidenkissen, nimmt dem nächtlichen Haarbruch seine beiden Hauptursachen: Zug und Reibung.

Bei RENESSY setzen wir auf Bezüge aus 22 Momme dicht gewebter Bio-Maulbeerseide, GOTS-zertifiziert, mit dem OEKO-TEX MADE IN GREEN Label und von Dermatest dermatologisch getestet und zertifiziert, auch für sensible Haut.

Realistische Erwartungen

Ehrlichkeit gehört dazu: Bereits gebrochenes oder gespaltenes Haar lässt sich nicht reparieren, es wächst nur gesund nach. Ein Seidenkissenbezug heilt kein geschädigtes Haar, er reduziert eine der Ursachen, die es weiter schädigen, nämlich die nächtliche Reibung. Die übrigen Stellschrauben wie Hitze, Färben und Handhabung bleiben genauso wichtig.

Wenn Ihr Haar trotz angepasster Pflege stark und anhaltend bricht, lohnt sich ein Blick auf mögliche weitere Ursachen, von der Ernährung bis zu gesundheitlichen Faktoren. Das klärt im Zweifel besser eine Ärztin oder ein Arzt als jeder Ratgeber.

Häufige Fragen zu Haarbruch

Wie lange dauert es, bis sich Haarbruch bessert?

Abgebrochene Stellen wachsen mit etwa einem Zentimeter pro Monat heraus. Weniger neue Bruchstellen bemerken viele schon nach einigen Wochen konsequent sanfterer Behandlung, sichtbar längeres, gleichmäßigeres Haar braucht Monate.

Hilft ein Seidenkissenbezug auch bei Spliss?

Spliss entsteht durch dieselben Belastungen wie Haarbruch, vor allem Reibung und Trockenheit. Weniger nächtliche Reibung nimmt eine der Ursachen weg, ersetzt aber weder das Schneiden gespaltener Spitzen noch die Pflege.

Mit welcher Frisur sollte ich schlafen?

Ein locker geflochtener Zopf mit einem weichen, stoffummantelten Haargummi hält die Längen zusammen, ohne Zug auf den Ansatz auszuüben. Straffe Dutts und dünne Gummis gehören nicht ins Bett.

Übrigens: Auch die Wäsche entscheidet mit darüber, wie schonend Ihre Seide behandelt wird. Wie Sie Seide richtig waschen, lesen Sie in unserer Anleitung zur Seidenpflege.

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