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Materialkunde

Momme: Was die Einheit bedeutet und welcher Wert für Seide ideal ist

Wer Seide kauft, stößt früher oder später auf eine Angabe wie „19 Momme“ oder „22 Momme“. Die Zahl steht meist direkt neben dem Produktnamen, wird aber selten erklärt. Dabei ist sie eine der aussagekräftigsten Angaben, die ein Seidenprodukt haben kann. Hier lesen Sie, was Momme bedeutet, wie sich die Einheit umrechnen lässt und welcher Wert für welchen Zweck sinnvoll ist.

Was bedeutet Momme?

Momme ist die traditionelle Gewichtseinheit für Seidengewebe. Sie stammt aus Japan und beschreibt, wie viel ein Seidenstoff bei festgelegter Fläche wiegt. Für die Praxis reicht eine einfache Faustregel: 1 Momme entspricht rund 4,34 Gramm pro Quadratmeter. Ein Gewebe mit 22 Momme wiegt also etwa 95 Gramm pro Quadratmeter.

Je höher der Momme-Wert, desto mehr Seidenfaser steckt in derselben Fläche. Das Gewebe ist dichter gewebt oder aus stärkeren Fäden gefertigt, fällt schwerer und fühlt sich substanzieller an. Ein niedriger Wert bedeutet einen leichteren, transparenteren Stoff.

Warum Gewicht statt Fadendichte?

Bei Baumwollbettwäsche ist die Fadendichte (Fäden pro Quadratzoll) die übliche Qualitätsangabe. Bei Seide hat sich stattdessen das Gewicht durchgesetzt, und das aus gutem Grund: Seidenfäden sind so fein, dass reine Fadenzahlen wenig aussagen. Das Flächengewicht erfasst dagegen beides auf einmal: die Feinheit der Fäden und die Dichte der Webung. Zwei Angaben ergänzen sich beim Seidenkauf: Momme beschreibt das Gewebe, die Rohseidenklasse (etwa 6A) die Qualität der Faser selbst. Was hinter der Klassifizierung steckt, erklären wir im Beitrag über Maulbeerseide.

Welcher Momme-Wert ist ideal?

Es gibt keinen amtlichen Standard, aber eine gewachsene Handelskonvention, an der Sie sich orientieren können:

Momme Charakter Typische Verwendung
unter 16 leicht, fließend, teils transparent Tücher, Schals, Futterstoffe
16–19 leicht bis mittel Blusen, leichte Bettwaren
19–25 dicht, blickdicht, strapazierfähiger Kissenbezüge, Bettwäsche, Haubenfutter
über 25 schwer, sehr dicht schwere Bettwaren, Vorhänge

Für Seidenkissenbezüge gelten 19 bis 25 Momme als der übliche Qualitätsbereich. 22 Momme haben sich dabei als Mittelweg etabliert: dicht genug, um blickdicht zu sein und die tägliche Nutzung gut zu verkraften, aber noch weich fließend statt steif.

Ist mehr Momme automatisch besser?

Nein, und dieser Punkt geht in der Werbung oft unter. Der Momme-Wert beschreibt das Gewebe, nicht die Qualität der Faser. Ein hoher Wert aus minderwertiger, kurzfaseriger Seide bleibt ein minderwertiges Produkt. Umgekehrt hat ein sehr hoher Momme-Wert auch praktische Kehrseiten: Der Stoff wird schwerer, wärmer und deutlich teurer, ohne dass der Nutzen im Alltag im gleichen Maß wächst.

Aussagekräftig ist der Momme-Wert deshalb erst im Zusammenspiel: Faserart (Maulbeerseide), Rohseidenklasse (6A als höchste Stufe der Langfaser-Rohseide), Webart (meist Satinbindung) und eben das Gewebegewicht. Fehlt die Momme-Angabe bei einem Seidenprodukt komplett, ist das kein Beweis für schlechte Qualität, aber ein Grund nachzufragen.

22 Momme bei RENESSY

Unsere Kissenbezüge bestehen aus 22 Momme dicht gewebter Bio-Maulbeerseide der Klasse 6A, GOTS-zertifiziert, mit dem OEKO-TEX MADE IN GREEN Label und von Dermatest dermatologisch getestet und zertifiziert. Beide Seiten bestehen aus Seide, Vorder- wie Rückseite. Wie Sie Seide richtig pflegen, zeigt unsere Anleitung zur Seidenpflege.

Häufige Fragen zu Momme

Wie viel wiegt Seide mit 22 Momme?

Etwa 95 Gramm pro Quadratmeter, nach der Faustregel 1 Momme ≈ 4,34 g/m². Zum Vergleich: 19 Momme entsprechen etwa 82 g/m², 25 Momme etwa 109 g/m².

Woher kommt die Einheit Momme?

Aus Japan, wo Momme (匁) eine traditionelle Gewichtseinheit ist. Über den historischen Seidenhandel wurde sie zur international üblichen Maßangabe für Seidengewebe und wird bis heute weltweit verwendet.

Reicht die Momme-Angabe, um Qualität zu beurteilen?

Nein. Sie ist ein wichtiger Baustein, sagt aber nichts über die Faserqualität aus. Achten Sie zusätzlich auf die Faserangabe („100 % Seide“, idealerweise Maulbeerseide), die Rohseidenklasse und vorhandene Zertifizierungen.

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