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Artikel: Bonnet für die Haare: Was eine Seidenhaube nachts bringt

Haarpflege

Bonnet für die Haare: Was eine Seidenhaube nachts bringt

Ein Bonnet ist eine meist weit geschnittene Haube aus glattem Stoff, die die Haare nachts möglichst vollständig umschließt; im deutschen Handel läuft dasselbe Produkt auch als Seidenhaube oder Schlafhaube. Eine Seidenhaube tut zwei Dinge: Sie legt eine glatte Schicht zwischen Haar und Kissen, und sie hält die Frisur zusammen, während du dich im Schlaf bewegst. Berichtet wird beides vor allem von Menschen mit langen, lockigen, krausen, trockenen oder frisch gestylten Haaren.

Der Haken ist, dass keine der beiden Wirkungen eintritt, wenn die Haube um sechs Uhr morgens neben dem Bett liegt. Genau daran scheitern Hauben im Alltag immer wieder. Im Folgenden geht es darum, was nachts tatsächlich passiert, warum Hauben verrutschen und was dagegen hilft, was gegen Abdrücke und plattgedrückte Randhaare hilft, und wo die Grenzen liegen.

Was eine Seidenhaube nachts tatsächlich macht

Zwei Wirkungen solltest du dabei auseinanderhalten.

Die erste betrifft die Reibung. Über eine ganze Nacht, je nach Schlafdauer also grob sechs bis neun Stunden, hat dein Haar Kontakt mit dem Bezug und verschiebt sich bei jeder Drehung. Ein Baumwollbezug bietet dafür eine vergleichsweise strukturierte Oberfläche, und das Gewebe ist darauf ausgelegt, Feuchtigkeit aufzunehmen, sodass ein Teil dessen, was im Haar sitzt, im Bezug landet. Der Vergleich gilt zwischen konkreten Geweben, einem saugfähigen Baumwollgewebe und einem dicht gewebten Seidengewebe, nicht zwischen den Rohfasern, wo er andersherum ausfiele. Baumwolle ist außerdem günstig und robust, und viele Baumwollbezüge vertragen laut Pflegeetikett höhere Waschtemperaturen, als Seidenbezüge sie üblicherweise zulassen. Maßgeblich ist auf beiden Seiten das Etikett des konkreten Produkts. Es geht hier also um eine einzige Eigenschaft in der Nacht, nicht um ein Urteil über das Material.

Eine Haube nimmt das Haar von dieser Oberfläche und schließt es in eine glattere Hülle ein, die sich mit dem Kopf mitbewegt. Das ist eine mechanische Änderung, keine chemische. Weniger Reibung heißt weniger Anheben der Schuppenschicht, und eine angehobene Schuppenschicht ist einer der Faktoren, die Haar frizzig wirken lassen und es an sich selbst hängen bleiben lassen. Luftfeuchte, Haarstruktur, Vorschädigung und Styling wirken daneben mit. Wie viel das ausmacht, hängt von deinem Haar ab und von allem anderen, was du damit machst. Sieh es als eine Belastung weniger, nicht als eingeplante Verbesserung.

Die zweite Wirkung betrifft die Form, und um die geht es im nächsten Abschnitt.

Der Nutzen, über den selten jemand spricht

Auf den Produktseiten steht die Reibung. Wer eine Haube jede Nacht trägt, erzählt meist von etwas anderem: Die Frisur bleibt liegen.

Weil das Haar gebündelt und umschlossen ist, bewegt es sich weniger gegen sich selbst und gegen das Bett. Viele Trägerinnen mit definierten Locken, Flechtfrisuren, Twists und Schutzfrisuren berichten, dass das Muster länger hält und ein frisch gestyltes Set auch an den Folgetagen noch tragbar ist. Wie lange genau, ist sehr individuell. Ein Kissenbezug kann diesen Teil gar nicht leisten: Er senkt die Reibung überall dort, wo Haar ihn berührt, hält aber keine Form zusammen.

Ein bekanntes Alltagsproblem: die Haube rutscht

In Erfahrungsberichten taucht dieser Punkt quer durch alle Haartypen auf. Die üblichen Notlösungen sind Haarklammern oder ein Tuch, das zusätzlich darübergebunden wird.

Ob es dich trifft, hängt weniger am Haartyp als an der Passung. Berichte von Menschen mit feinem Haar widersprechen einander deutlich, und Kopfform, Bandbreite, Haarmenge, Haubenvolumen und die eigene Schlafbewegung wiegen mindestens ebenso schwer. Drei Ursachen lassen sich konkret benennen:

  • Die Größe passt nicht. Zu weit heißt rutschen, zu eng heißt drücken. Wer viel oder sehr langes Haar hat, braucht eine Haube mit echtem Volumen, nicht die nächstgrößere Standardgröße derselben flachen Form.
  • Der Abschluss ist nicht verstellbar. Ein fester Gummizug lässt sich nicht einstellen: Sein Ruheumfang steht fest und ändert sich allenfalls mit dem Alter des Gummis, und wie fest er anliegt, ergibt sich daraus, wie weit er an deinem Kopf gedehnt wird. Passt der Umfang zu deinem Kopf, ist es eine völlig brauchbare Lösung, dazu die einfachere und günstigere. Nur korrigieren lässt sich damit nichts, wenn es nicht passt.
  • Die Haube sitzt zu weit hinten. Sie sollte an der Stirn ansetzen und den Nacken mitfassen, statt nur auf dem Oberkopf zu sitzen.

Wenn nichts davon hilft, ist ein locker hochgesteckter Dutt unter der Haube oft die einfachere Lösung, als die Haube selbst zu wechseln: Das gebündelte Haar gibt der Hülle eine Struktur, an der sie sich halten kann.

Abdrücke an der Stirn und plattgedrückte Randhaare

Das zweite wiederkehrende Ärgernis hängt mit dem ersten zusammen. Sitzt die Haube fest genug, dass sie sicher hält, kann sie morgens einen Abdruck am Haaransatz hinterlassen; sitzt sie lockerer, rutscht sie eher. Wie eng dieser Zusammenhang ausfällt, hängt von Größe, Bandbreite und Kopfform ab, und eine passende Haube kann durchaus halten, ohne zu drücken. In deutschsprachigen Erfahrungsberichten kehrt dazu dasselbe Detail wieder: Die Haare direkt am Gummizug werden plattgedrückt, während der Rest gut aussieht.

Der Haaransatz ist dabei besonders empfindlich. Die Haare an Stirn und Schläfen sind oft feiner als der Rest, und dermatologische Fachliteratur bringt anhaltenden Zug durch straff gebundene Frisuren und eng sitzende Kopfbedeckungen mit Traktionsschäden in Verbindung. Für eine Haube heißt das: die Spannung nur so hoch wie nötig, damit sie hält.

Was hier hilft, ist Fläche statt Spannung. Ein breites, weich gewebtes Band verteilt den Druck über mehrere Zentimeter, statt ihn auf eine schmale Linie zu konzentrieren. Breite allein ist aber nicht die ganze Antwort: Der Umfang der Haube, wie stark das Band nachgibt, wo es sitzt und wie viel Haar darunter liegt, spielen ebenso hinein. Bei verstellbaren Modellen gilt: nur so fest wie nötig. Die Haube muss nicht straff sitzen, sie muss nur mitkommen, wenn du dich drehst.

Seide, Satin oder Bambus: was auf dem Etikett steht

Seide und Satin werden im Handel oft gleichbedeutend verwendet, meinen aber Verschiedenes. Seide ist eine Faser. Satin ist eine Bindung, also eine Webart, und kann aus Seide, Polyester, Viskose oder Nylon bestehen. Ein Satin aus Seide ist deshalb kein Widerspruch, und eine Polyester-Satinhaube kann sich glatt anfühlen und liegt preislich deutlich niedriger, was für viele ein sinnvoller Einstieg ist.

In deutschen Shops steht inzwischen häufig eine dritte Variante daneben: die Schlafhaube aus Bambusviskose. „Bambus“ benennt dabei den Rohstoff, aus dem die Viskosefaser hergestellt wird, nicht die Bindung. Solche Hauben sind weich, meist deutlich günstiger als Seide und für viele eine ernstzunehmende Alternative. Auf dem Etikett landen sie in der Regel als Viskose.

Unter einer geschlossenen Haube fällt Wärme tendenziell stärker auf als auf einem offen liegenden Kissenbezug, weil das Gewebe den Kopf umschließt und die Luft schlechter zirkuliert. Elektrostatische Aufladung kann ebenfalls stärker auffallen, entsteht aber auf einem anderen Weg: Sie hängt von der Faserpaarung, vom Kontakt und Trennen der Flächen, von der Reibung und von der Luftfeuchte ab. Wie stark die Wärme ausfällt, hängt von Bindung, Dichte, Dicke und Ausrüstung ab. Wärme wie Aufladung lassen sich am Fasernamen auf dem Etikett nicht ablesen. Die ausführliche Gegenüberstellung steht in unserem Beitrag Seide oder Satin.

Achte beim Etikett darauf, ob sich eine Materialangabe auf die Faser oder auf die Webart bezieht. Steht dort nur „Satin“, ist die Faser damit nicht benannt. Eine Angabe wie „100 % Seide“ benennt die Faser, sagt aber nichts über das Gewicht des Gewebes. Dafür steht die Einheit Momme: Sie gibt das Flächengewicht an, etwa 4,34 g/m² je Momme, ist dabei eine Handelskonvention und keine Norm. Ausführlich erklärt ist sie in Momme verständlich erklärt. Ob eine Faser wirklich Seide ist, lässt sich ohne Laborprüfung nicht abschließend feststellen, auch mit dem oft empfohlenen Brenntest nicht. Prüfbar sind für dich die Faserangabe, die Momme-Angabe und unabhängige Zertifikate.

Bonnet oder Seidenkissenbezug?

Die beiden lösen unterschiedliche Aufgaben, und das ist der eigentliche Entscheidungsgrund.

Ein Seidenkissenbezug wirkt überall dort, wo Haar den Bezug berührt, ohne dass du abends etwas aufsetzen musst. Die glatte Oberfläche liegt dabei auch an der Gesichtshaut an, und sie bleibt an ihrem Platz, wenn eine Haube längst verrutscht wäre. Wer nachts unruhig schläft und Hauben regelmäßig verliert, kommt damit erfahrungsgemäß weiter.

Eine Seidenhaube dagegen hält die Frisur zusammen. Für definierte Locken, Flechtfrisuren, Schutzfrisuren, Locs oder frisch geglättetes Haar ist das die Aufgabe, die ein Bezug nicht übernimmt. Der Preis dafür: Du musst sie jeden Abend aufsetzen, und sie muss sitzen.

Wer beides kombiniert, deckt beide Fälle ab. Notwendig ist das nicht.

Was eine Seidenhaube nicht kann

Reparieren kann eine Haube nichts. Was einmal gebrochen oder aufgespalten ist, wächst nicht wieder zusammen, und daran ändert auch das Material der Haube nichts. Beeinflussbar ist allein die mechanische Belastung, die ab heute Nacht dazukommt.

Eine Haube ersetzt keine Ursachenklärung. Wenn Haare sichtbar dünner werden oder büschelweise ausgehen, liegt die Ursache nicht am Kissen. Das gehört ärztlich abgeklärt und nicht mit Zubehör behandelt.

Und eine Haube verändert das Haar nicht sichtbar von einer Nacht auf die andere. Halte dabei zwei Dinge auseinander: Mechanisch wirkt eine Haube sofort, weil die Reibung schon in der ersten Nacht geringer ausfällt. Sichtbar ist das am nächsten Morgen nicht, denn Reibung ist nur eine von mehreren Belastungen, die auf das Haar wirken. Wer also keinen schnellen Unterschied im Spiegel bemerkt, macht nichts falsch.

Gewöhnungsbedürftig ist eine Haube außerdem. In deutschsprachigen Selbstversuchen taucht dieser Punkt regelmäßig auf: Die ersten Nächte fühlt sich die Haube fremd an, und manche schlafen anfangs schlechter damit. Das gehört zur ehrlichen Erwartung dazu, wenn du dir eine anschaffst.

Seide bei RENESSY

Im deutschen Shop führen wir aktuell die Seidenkissenbezüge: 100 % Bio-Maulbeerseide mit 22 Momme, beidseitig echte Seide, mit verstecktem YKK-Reißverschluss. Die Rohseide ist mit 6A eingestuft, einer Handelsklassifizierung, die mehrere Merkmale der Rohseide zusammenfasst und sich nicht auf das fertige Gewebe bezieht. Die Bezüge sind nach GOTS zertifiziert, tragen das Label OEKO-TEX MADE IN GREEN, und ihre dermatologische Prüfung ist von Dermatest zertifiziert, auch für empfindliche Haut. Wenn du zwischen Bezug und Haube schwankst, hilft der Abschnitt weiter oben bei der Einordnung. Mehr zur Wirkung auf die Haare steht in Seidenkissenbezug und Haare.

Häufige Fragen

Was ist ein Bonnet?

Ein Bonnet ist eine meist weit geschnittene Schlafhaube, die die Haare nachts möglichst vollständig umschließt und mit einem Band oder Gummizug am Kopf gehalten wird. Im deutschsprachigen Handel heißt dasselbe Produkt je nach Anbieter Bonnet, Seidenhaube, Schlafhaube oder Schlafmütze; die Begriffe benennen die Form, nicht das Material, das von Seide über Satin aus Polyester bis Bambusviskose reicht.

Was bringt ein Bonnet?

Ein Bonnet verringert nachts die Reibung zwischen Haar und Kissen und hält gleichzeitig die Frisur zusammen, sodass Locken, Flechtfrisuren und frisch gestyltes Haar länger halten. Beides ist mechanisch: Die Haube nimmt eine Belastung weg, sie pflegt das Haar nicht.

Für welche Haare eignet sich eine Seidenhaube?

Eine Seidenhaube wird vor allem von Menschen mit lockigem, krausem, sehr langem und trockenem Haar genutzt sowie von allen, deren Frisur mehrere Tage halten soll, weil dort Reibung und Formerhalt zusammenkommen. Bei kurzem, glattem Haar spielt der Formerhalt kaum eine Rolle, sodass vor allem die Reibung bleibt. Die beiden setzen dabei unterschiedlich an: Ein Seidenkissenbezug wirkt dort, wo das Haar den Bezug berührt, eine Haube umschließt auch das, was gar nicht aufliegt. Bei kurzem Haar fällt dieser Unterschied kleiner aus als bei langem, weshalb hier meist der Bezug reicht, ohne dass du abends etwas aufsetzen musst.

Kann man ein Bonnet mit nassen Haaren tragen?

Ein Bonnet gehört besser nicht auf nasses Haar. Nasses Haar ist empfindlicher als trockenes, und unter einer geschlossenen Haube trocknet es je nach Gewebe langsamer als offen. Lass die Haare zumindest so weit antrocknen, dass sie sich nur noch leicht feucht anfühlen, bevor du die Haube aufsetzt.

Wie wasche ich eine Seidenhaube?

Eine Seidenhaube wäschst du nach dem Pflegeetikett des jeweiligen Modells, und das gilt besonders bei Hauben mit Gummizug, Futter oder Kordel. Erlaubt das Etikett Handwäsche, wäschst du die Haube von Hand in lauwarmem Wasser, mit der Temperaturangabe des Etiketts als Obergrenze. Lässt das Etikett die Maschine zu, wäschst du die Haube im Wäschenetz und im Schonwaschgang, ebenfalls mit der Temperaturangabe des Etiketts als Obergrenze. In beiden Fällen gilt: ein mildes Waschmittel ohne Protease, weil diese Enzymklasse Proteinfasern angreift. Ob ein Trockner infrage kommt, entscheidet das Trocknersymbol; schließt es den Trockner aus, trocknest du die Haube liegend oder hängend. Ausführlich steht das in Seide richtig waschen. Wie oft du wäschst, richtet sich danach, wie viel Schweiß und Stylingprodukt sich in der Haube sammeln, nicht nach einem festen Intervall.

Was tun, wenn die Haube bei feinem Haar verrutscht?

Bei feinem Haar setzt du am besten an der Passung an und nicht am Haartyp: ein verstellbarer Abschluss und die passende Größe sind zwei wirksame Stellschrauben. Hilft das nicht, gib der Haube mit einem locker hochgesteckten Dutt eine Struktur zum Halten, oder bleib beim Kissenbezug.

Hilft eine Seidenhaube beim Haarwachstum?

Nein, eine Seidenhaube lässt Haare nicht schneller wachsen. Haar wächst in der Haarwurzel, und nichts, was du über dem Haar trägst, erreicht sie. Was eine Haube beeinflusst, ist die Reibung während der Nacht; das Thema Haarbruch behandeln wir gesondert in unserem Beitrag zu Haarbruch. Wenn Haarwachstum oder dünner werdendes Haar dein eigentliches Anliegen ist, gehört das ärztlich abgeklärt.

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