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Artikel: Haarkur über Nacht: Haaröl, Maske und wie lange einwirken

Haarpflege

Haarkur über Nacht: Haaröl, Maske und wie lange einwirken

Für eine Haarkur über Nacht eignet sich vor allem Haaröl: Du gibst wenig Öl in Längen und Spitzen, schläfst damit und wäschst es am Morgen aus. Eine Haarmaske zum Ausspülen dagegen bleibt so lange im Haar, wie es auf der Packung steht. Eine Studie, die zeigt, dass eine ganze Nacht mehr bringt als eine Stunde, haben wir nicht gefunden. Hier liest du, was Öl im Haar laut Studien tut, wie lange es einwirken sollte, für welches Haar es passt und wie du Kopfkissen und Seide vor Ölflecken schützt.

Haarkur ist nicht gleich Haaröl

Unter „Haarkur“ läuft vieles: Masken und Spülungen, die du nach ein paar Minuten ausspülst, Kuren zum Einwirkenlassen und reine Öle. Für die Nacht ist der Unterschied wichtig. Eine Maske ist auf die Einwirkzeit ausgelegt, die der Hersteller angibt. Ein Öl bleibt im Haar, bis du es auswäschst, und wird vor der Haarwäsche oder in kleiner Menge als Pflege für die Längen verwendet. Produkte, die ausdrücklich für die Nacht gedacht sind, bilden eine eigene Gruppe; auch für sie gilt, was auf der Packung steht.

Was Haaröl über Nacht im Haar tut

Öl legt sich als dünner Film auf die Haaroberfläche. Eine dermatologische Übersichtsarbeit fasst zusammen, was das in Studien bewirkt hat: Das Haar wird gleitfähiger, lässt sich nass mit weniger Kraft kämmen, und in Labortests entstanden weniger gespaltene Spitzen. Dieselbe Arbeit hält aber auch fest, dass es nur wenige Studien zu Ölen am menschlichen Haar gibt.

Die meisten Studien, die wir gefunden haben, betreffen Kokosöl. In den bekanntesten Laborstudien drang es in den Haarschaft ein und verringerte den Verlust von Protein beim Waschen, während Mineralöl auf der Oberfläche blieb. Für Sonnenblumenöl ergaben die Studien kein einheitliches Bild: In der einen half es nicht gegen den Proteinverlust, in einer anderen drang es zumindest teilweise ein. Eine spätere Arbeit mit einer anderen Messmethode fand, dass Mineralöl besser eindrang als die untersuchten Pflanzenöle. Die Frage ist also nicht entschieden. Dazu kommt, dass die Kokosöl-Studien von Forschenden stammen, die für einen Hersteller von Kokos-Haaröl gearbeitet haben oder in seinem Auftrag tätig waren.

Manche Öle lassen weniger Wasser ins Haar, sodass es beim Waschen weniger aufquillt. Forschende vermuten, dass es das ständige Aufquellen und Trocknen dadurch besser verkraftet; belegt ist das bisher nicht. Viele empfinden ihre Längen nach einer Ölkur als weicher. Eine Reparatur ist das nicht, und das Wachstum der Haare haben die genannten Studien nicht untersucht.

Wie lange sollte Haaröl einwirken?

Eine Studie, die eine Stunde mit einer ganzen Nacht vergleicht, haben wir nicht gefunden. Die bekannteste Kokosöl-Studie hat das Öl im Labor mindestens 14 Stunden auf Haarproben einwirken lassen, um eine Anwendung über Nacht nachzustellen, und es auf dem Kopf acht Stunden lang getestet. Eine kleine Studie, die gemessen hat, wie viel Kokosöl ins Haar gelangt, fand nach sechs Stunden etwas mehr Öl im Haar als nach einer Stunde, doch die Werte überschnitten sich. Allerdings gab es nur wenige Proben, und das Haar lag ganz im Öl. Daraus folgt nicht, dass eine Stunde immer genügt, aber auch nicht, dass die Nacht mehr bringt.

Über Nacht einwirken lassen ist also vor allem bequem: Das Öl bleibt im Haar, während du schläfst, und stört dich tagsüber nicht. Wenn du nicht mit Öl im Haar schlafen willst, lass es ein bis zwei Stunden vor der Haarwäsche einwirken; auch das ist eine Faustregel und kein Studienergebnis. In beiden Fällen gehört das Öl bei der nächsten Wäsche wieder heraus.

Haarmaske über Nacht: ja oder nein?

Bei einer Haarmaske zum Ausspülen gilt die Einwirkzeit auf der Packung. Wir haben keine Studie gefunden, die zeigt, dass eine Maske über Nacht besser pflegt, und auch keine, nach der sie das Haar über Nacht brüchig macht, obwohl beides oft zu lesen ist. Nennt die Packung eine kurze Einwirkzeit, halte dich daran. Willst du dein Haar über Nacht pflegen, ist ein Öl oder ein Produkt, das ausdrücklich dafür gedacht ist, die einfachere Wahl.

Haaröl über Nacht einwirken lassen: so gehst du vor

  1. Geh mit trockenem Haar ins Bett. Warum nasses Haar nachts empfindlicher ist, erklärt unser Ratgeber Mit nassen Haaren schlafen.
  2. Nimm wenig Öl und verteil es in den Längen und Spitzen, nicht auf der Kopfhaut. Fang mit einer kleinen Menge an; nachlegen kannst du immer noch.
  3. Flicht die Haare zu einem lockeren Zopf oder dreh sie zu einem Dutt, der nicht zieht, damit sie nicht unter dir liegen. Wie du deine Haare nachts trägst, erklärt unser Ratgeber Haare nachts schützen.
  4. Zieh einen alten Ersatzbezug über das Kissen, weil Öl Flecken hinterlässt.
  5. Wasch das Öl am Morgen gründlich aus. Massier dafür auch etwas Shampoo in die geölten Längen und zähl diese Wäsche zu deinen Wäschen pro Woche.

Für welches Haar sich Öl über Nacht eignet

Am sinnvollsten ist eine Ölkur meist bei trockenen, dicken oder lockigen Längen. Zu viel Öl kann das Haar schwer und fettig aussehen lassen, darauf weist auch die eingangs genannte Übersichtsarbeit hin; bei feinem Haar merkst du das am ehesten. Hier reicht sehr wenig Öl, nur in den Spitzen, oder eine kurze Einwirkzeit vor der Wäsche. Gespaltene Spitzen schließt kein Öl dauerhaft wieder, sie lassen sich nur abschneiden; mehr dazu steht in unserem Beitrag über Spliss. Suchst du Hausmittel gegen trockene Haare, erklärt unser Ratgeber über trockene Haare die Pflege vom Waschen bis zur Spülung.

Geht es dir vor allem um Glanz, hilft ein Blick auf die Ursache: Stumpfes Haar hat oft andere Gründe als Trockenheit, etwa Rückstände auf der Oberfläche. Unser Ratgeber für glänzende Haare geht sie einzeln durch.

Kopfhaut: das Öl lieber in die Längen

Bei der Kopfhaut sind sich die Quellen nicht einig. In einem Leserbrief an eine Fachzeitschrift, der sich auf eine bestimmte Patientengruppe bezieht, raten drei Autoren aus den USA, zwei davon aus einer universitären Hautklinik, bei Schuppen, Öl von der Kopfhaut fernzuhalten und nur die Längen zu pflegen. Eine US-Fachgesellschaft für Kinderdermatologie empfiehlt ebenso, Pflegeprodukte ins Haar zu geben und nicht auf die Kopfhaut. Das deutsche Gesundheitsportal des IQWiG nennt dagegen Olivenöl über Nacht als schonende Methode, um Schuppen aufzuweichen.

Wir bleiben deshalb bei den Längen und Spitzen. Hast du immer wieder Schuppen, juckt die Kopfhaut oder ist sie gerötet, lass das von einer Hautärztin oder einem Hautarzt ansehen, statt es selbst mit Öl zu behandeln.

Öl, Kissen und Seide

Öl hinterlässt Flecken auf jedem Kopfkissenbezug, auch auf Seide. Pflanzenöle, die nicht vollständig ausgewaschen werden, können mit der Zeit gelbe Flecken bilden. Nimm deshalb in Nächten mit Öl einen alten Ersatzbezug, auch wenn du sonst auf einem Seidenkissenbezug schläfst.

Ist doch einmal Öl auf die Seide gekommen, tupf den Überschuss gleich ab und reib nicht. Bleichmittel gehört nicht auf den Fleck. Wo bei ölhaltigen Flecken die Heimbehandlung endet, erklärt unser Ratgeber Seide waschen.

Morgens: Öl richtig auswaschen

Öl mischt sich nicht mit Wasser, deshalb reicht Ausspülen allein meist nicht. Gib das Shampoo zuerst auf die noch trockenen, geölten Längen, bevor du sie nass machst, massier es ein und spül dann aus; bei viel Öl wäschst du ein zweites Mal. Danach geht es mit deiner üblichen Spülung weiter. Föhnst oder glättest du dein Haar nach der Wäsche, erklärt unser Ratgeber zu glatten Haaren über Nacht, wie du damit schläfst.

Häufige Fragen zur Haarkur über Nacht

Kann ich mit Haaröl im Haar schlafen?

Ja. Gib wenig Öl in die Längen und Spitzen, trag die Haare locker zusammengenommen und schütz das Kissen mit einem alten Ersatzbezug. Am Morgen wäschst du das Öl mit Shampoo aus.

Wie lange darf Haaröl einwirken?

Als Faustregel von ein bis zwei Stunden vor der Wäsche bis über Nacht. In der bekanntesten Kokosöl-Studie blieb das Öl mindestens 14 Stunden auf Haarproben, um eine Anwendung über Nacht nachzustellen; dass die Nacht mehr bringt als ein bis zwei Stunden, haben wir in keiner Studie gefunden.

Ist Haaröl über Nacht auch für feines Haar geeignet?

Mit sehr wenig Öl, nur in den Spitzen. Feines Haar wirkt mit zu viel Öl schnell schwer; eine kurze Einwirkzeit vor der Wäsche ist dann oft die bessere Wahl.

Muss man Haaröl auswaschen?

Nach einer Ölkur ja. Ein paar Tropfen als Pflege für die Spitzen im trockenen Haar musst du nicht auswaschen; eine Menge, die über Nacht einwirken soll, gehört am Morgen mit Shampoo wieder heraus.

Was passiert, wenn eine Haarkur zu lange einwirkt?

Einen Beleg dafür, dass eine Maske oder ein Öl das Haar über Nacht schädigt, haben wir nicht gefunden. Bei einer Maske bleibt die Einwirkzeit auf der Packung trotzdem die sichere Wahl; ein Öl wäschst du nach einer langen Einwirkzeit gründlich aus.

Kann man Kokosöl über Nacht im Haar lassen?

Ja, du kannst Kokosöl über Nacht im Haar lassen, in den Längen und Spitzen statt auf der Kopfhaut, und es am Morgen mit Shampoo auswaschen. Nimm nur wenig Öl und schütz das Kissen mit einem alten Ersatzbezug.

Quellen

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  • Keis K et al. Investigation of penetration abilities of various oils into human hair fibers. Journal of Cosmetic Science, 2005;56(5):283-295. PubMed 16258695
  • Gode V et al. Quantitative measurement of the penetration of coconut oil into human hair using radiolabeled coconut oil. Journal of Cosmetic Science, 2012;63(1):27-31. PubMed 22487449
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  • Society for Pediatric Dermatology: Patient Perspectives: Seborrheic dermatitis
  • IQWiG, gesundheitsinformation.de: Seborrhoisches Ekzem: Welche Mittel helfen Jugendlichen und Erwachsenen?
  • Cornell Cooperative Extension: Removing Stains at Home

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