Locken über Nacht: 5 Methoden ohne Hitze, Schritt für Schritt
Locken über Nacht entstehen ohne Lockenstab oder Glätteisen: Du wickelst feuchtes Haar um einen weichen Gürtel oder ein Scrunchie oder flichtst es zu Zöpfen, Twists oder Bantu Knots, lässt es in dieser Form vollständig trocknen, meist über Nacht, und löst es danach. Wie lockig das Ergebnis wird und wie lange es hält, hängt von deiner Haarstruktur, der Länge, der Feuchtigkeit beim Eindrehen und der Luftfeuchtigkeit ab. Im Englischen heißen diese Methoden „Heatless Curls“. Hier findest du fünf gängige Methoden, jeweils mit den Schritten, der passenden Haarlänge, dem Schlafen damit und dem Lösen am Morgen.
Wie Locken über Nacht entstehen
Locken über Nacht funktionieren, weil Haar, das in einer Form trocknet, diese Form meist behält, bis es wieder nass wird. Wasser macht das Haar biegsam, sodass es sich in die Form legt, in die du es wickelst, und wenn das Wasser verdunstet, bleibt der größte Teil dieser Form erhalten. Trockenes Haar muss nicht mehr trocknen und nimmt die Form deshalb kaum an. Das Haar sollte handtuchfeucht sein, also nicht mehr tropfen, denn tropfnasses Haar ist am Morgen womöglich noch nicht trocken, und was eine Nacht mit nassem Haar für Haar und Kopfhaut bedeutet, liest du in unserem Beitrag mit nassen Haaren schlafen. Die Größe der Partien bestimmt die Form: Dünne Partien ergeben kleinere Locken, breite Partien lockerere Wellen.
Bevor du anfängst
Alle Methoden hier beginnen gleich: mit feuchtem, entwirrtem Haar, das in Partien geteilt ist.
- Nimm frisch gewaschenes Haar, das du mit dem Handtuch so weit getrocknet hast, dass es nicht mehr tropft, oder sprüh trockenes Haar mit einer Sprühflasche gleichmäßig feucht.
- Entwirre das Haar mit den Fingern oder einem grobzinkigen Kamm, bevor du es teilst, denn Knoten werden sonst mit eingewickelt.
- Wenn du sonst ein Stylingprodukt verwendest, arbeite es jetzt ins feuchte Haar ein.
- Leg dir alles bereit: einen weichen Stoffgürtel oder Stoffstreifen, ein oder zwei weiche Scrunchies aus Stoff, ein paar kleine Klammern und eine Sprühflasche für Partien, die während des Wickelns antrocknen.
Locken über Nacht mit dem Bademantelgürtel (oder einem Lockenband)
Bei der Bademantelgürtel-Methode wickelst du feuchtes Haar um einen weichen Stoffgürtel, der wie ein Haarreif quer über dem Kopf liegt.
- Zieh einen Mittelscheitel, sodass du zwei Hälften hast.
- Leg die Mitte des Gürtels von Ohr zu Ohr über den Oberkopf, sodass die beiden Enden rechts und links neben deinem Gesicht herunterhängen. Eine kleine Klammer am Oberkopf hält ihn an seinem Platz.
- Nimm vorn auf einer Seite eine schmale Partie und wickle sie vom Gesicht weg um den Gürtel.
- Nimm bei jeder Umdrehung eine neue Partie dazu, so wie beim französischen Zopf, und wickle weiter bis in die Spitzen.
- Binde das Ende des Gürtels und das Haar mit einem weichen Scrunchie aus Stoff zusammen.
- Wiederhole das auf der anderen Seite.
Ein Lockenband, also eine gepolsterte Stoffrolle, die für genau diesen Zweck gemacht ist (oft „Heatless Curling Rod“ genannt), benutzt du auf dieselbe Weise.
Passend für: Haar ab Schulterlänge, denn kürzeres Haar reicht nicht oft genug um den Gürtel.
Schlafen damit: Der Gürtel liegt oben auf dem Kopf und die Wicklungen hängen an den Seiten, deshalb schläft es sich auf dem Rücken oder auf der Seite meist am bequemsten.
Lösen: Wenn das Haar vollständig trocken ist, nimm die Scrunchies ab, wickle das Haar von den Spitzen her ab und zieh den Gürtel heraus.
Scrunchie-Locken
Für Scrunchie-Locken drehst du Partien eines hohen Pferdeschwanzes um das weiche Scrunchie, das ihn zusammenhält, sodass die Frisur wie ein lockerer Dutt oben auf dem Kopf sitzt. Woran du ein schonendes Haargummi erkennst, tagsüber wie nachts, erklärt unser Beitrag zu Haargummi ohne Haarbruch.
- Nimm das feuchte Haar zu einem hohen Pferdeschwanz oben auf dem Kopf zusammen und leg ein weiches Scrunchie aus Stoff darum, fest genug, dass es hält, aber ohne zu ziehen.
- Teil den Pferdeschwanz in zwei oder drei Partien.
- Dreh eine Partie leicht ein und wickle sie über das Scrunchie um den Ansatz des Pferdeschwanzes, bis in die Spitzen.
- Steck das Ende darunter oder fixier es mit einer kleinen Klammer.
- Mach mit den übrigen Partien genauso weiter.
Passend für: Haar ab Schulterlänge, weil jede Partie mindestens einmal um den Ansatz reichen muss.
Schlafen damit: Die Frisur sitzt hoch auf dem Kopf, deshalb liegt sie beim Schlafen am besten über dir und nicht unter dir, wie bei einem lockeren Dutt.
Lösen: Wenn das Haar ganz trocken ist, nimm die Klammern heraus, wickle jede Partie von den Spitzen her ab und nimm das Scrunchie ab.
Beach Waves über Nacht mit Zöpfen
Mit Zöpfen bekommst du Wellen über Nacht: Du flichtst das feuchte Haar und lässt es über Nacht trocknen, und die Zahl der Zöpfe bestimmt die Größe der Welle. Wenige dicke Zöpfe ergeben meist die lockeren, fließenden Wellen, die als Beach Waves bekannt sind.
- Teil das feuchte Haar in Partien: zwei für eine lockere Welle, mehr für kleinere Wellen.
- Flicht jede Partie, so nah am Ansatz, wie es dir angenehm ist.
- Flicht bis in die Spitzen, denn Haar unterhalb des Zopfes trocknet in der Form, in der es gerade liegt.
- Sichere jeden Zopf mit einem weichen Scrunchie oder einem kleinen, weichen Haarband.
Passend für: die meisten Längen, solange sich das Haar flechten lässt.
Schlafen damit: Ein oder zwei Zöpfe liegen flach und stören beim Schlafen kaum; viele kleine Zöpfe kannst du locker oben auf dem Kopf zusammennehmen.
Lösen: Wenn die Zöpfe durch und durch trocken sind, nimm die Haarbänder ab und öffne jeden Zopf von unten nach oben.
Twists
Bei Twists drehst du zwei Stränge feuchten Haares umeinander, und nach dem Trocknen und Aufdrehen bleibt eine Spiralform zurück.
- Teil das feuchte Haar in Partien; kleinere Partien ergeben kleinere Locken.
- Teil eine Partie in zwei Stränge.
- Dreh beide Stränge in dieselbe Richtung ein und leg sie dann in die Gegenrichtung übereinander, damit sich der Twist nicht wieder aufdreht.
- Dreh bis in die Spitzen und sichere sie mit einer kleinen Klammer oder einem weichen Haarband, falls sie nicht von allein halten.
- Arbeite dich so über den ganzen Kopf.
Passend für: die meisten Längen, besonders für strukturiertes, lockiges oder krauses Haar.
Schlafen damit: Twists liegen recht flach; lange Twists nimmst du locker oben auf dem Kopf zusammen.
Lösen: Wenn die Twists vollständig trocken sind, dreh die beiden Stränge jedes Twists von den Spitzen her auseinander.
Bantu Knots
Bantu Knots sind kleine Partien, die eingedreht und dann direkt am Kopf zu Knoten gewickelt werden, und nach dem Trocknen und Öffnen bleibt eine Lockenform zurück.
- Teil das feuchte Haar in kleine quadratische oder dreieckige Partien.
- Dreh eine Partie vom Ansatz bis in die Spitzen ein, bis sie sich von selbst zu kringeln beginnt.
- Wickle die eingedrehte Partie um ihren eigenen Ansatz, sodass ein kleiner Knoten entsteht.
- Steck das Ende unter den Knoten oder fixier es mit einer kleinen Klammer.
- Arbeite dich so über den ganzen Kopf.
Passend für: kurzes bis mittellanges Haar; sehr langes Haar ergibt große, schwere Knoten.
Schlafen damit: Die Knoten sitzen direkt am Kopf, deshalb liegt es sich auf ihnen unebener als auf Zöpfen oder Twists; eine Haube darüber hält sie zusammen.
Lösen: Wenn die Knoten ganz durchgetrocknet sind, wickle jeden Knoten ab und dreh die Partie von den Spitzen her auf.
Welche Methode für Locken über Nacht zu deinem Haar passt
Die fünf Methoden unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Länge sie brauchen, welche Form sie hinterlassen und wie es sich damit schläft.
| Methode | Haarlänge | Ergebnis | Schlafen damit |
|---|---|---|---|
| Bademantelgürtel oder Lockenband | ab Schulterlänge | weiche Locken in den Längen, etwas unterhalb des Ansatzes beginnend | Der Gürtel liegt oben auf dem Kopf; meist am bequemsten auf dem Rücken oder auf der Seite |
| Scrunchie-Locken | ab Schulterlänge | lockere Locken oder Wellen; breitere Partien ergeben lockerere Formen | sitzt wie ein lockerer Dutt oben auf dem Kopf |
| Zöpfe | die meisten Längen, die sich flechten lassen | Wellen; mehr Zöpfe ergeben kleinere Wellen | Ein oder zwei Zöpfe liegen flach |
| Twists | die meisten Längen, oft bei strukturiertem Haar | Spirallocken; dünnere Twists ergeben kleinere Locken | liegen recht flach; lange Twists oben zusammennehmen |
| Bantu Knots | kurz bis mittellang | kleine, gedrehte Locken | Die Knoten sitzen am Kopf; darauf liegt es sich unebener |
Mit Locken über Nacht schlafen
Beim Schlafen mit Locken über Nacht kommt es auf drei Dinge an: die Frisur zusammenhalten, jedes Haarband weich lassen und mit handtuchfeuchtem statt nassem Haar ins Bett gehen. Ein glatter Kissenbezug oder eine Haube lohnt sich dabei, weil eine glatte Oberfläche dem Haar weniger Angriffsfläche bietet, wenn du dich umdrehst. Ein Haarband sollte die Frisur zusammenhalten, ohne am Ansatz zu ziehen. Wie die ganze Nachtroutine für Locken aussieht, beschreibt unser Ratgeber mit Locken schlafen. Für Nächte, in denen du keine Locken eindrehst, erklärt unser Beitrag Haare nachts schützen die Grundlagen für jeden Haartyp.
Mit Lockenwicklern über Nacht schlafen
Die fünf Methoden oben kommen mit Dingen aus, die die meisten zu Hause haben. Lockenwickler über Nacht sind ein weiterer Weg, Locken im Schlaf zu legen: weiche Wickler, in die du das feuchte Haar am Abend eindrehst und die du am Morgen wieder herausnimmst. Wenn du mit Lockenwicklern schlafen willst, kommt es vor allem auf zwei Fragen an: welche Wickler du nimmst und wo du sie ansetzt.
- Nimm weiche Lockenwickler. Schaumstoffwickler und biegsame Wickler (Papilloten) geben nach, wenn du darauf liegst. Harte Kunststoffwickler und Wickler, die mit Nadeln festgesteckt werden, drücken auf die Kopfhaut, und Klettwickler können sich im Haar verfangen, wenn du dich im Schlaf bewegst.
- Schlaf nicht mit Heizwicklern. Sie legen trockenes Haar mit Hitze und kühlen ohnehin lange vor dem Aufstehen ab.
- Dreh das Haar wie bei den anderen Methoden handtuchfeucht und entwirrt ein, nicht tropfnass: Tropfnasses Haar kann am Morgen in der Mitte eines Wicklers noch nass sein, und nasses Haar hat die Form noch nicht vollständig angenommen.
- Setz die Wickler dort an, wo dein Kopf am wenigsten aufliegt. Schläfst du auf dem Rücken, gehören sie auf den Oberkopf und an die Seiten; schläfst du auf der Seite, nimm dort weniger Wickler oder dünne Papilloten.
- Zieh eine Haube oder ein Tuch darüber, damit die Wickler an ihrem Platz bleiben, wenn du dich umdrehst.
- Prüf am Morgen zuerst, ob das Haar im Wickler mit dem meisten Haar trocken ist. Ist es trocken, wickle das Haar vorsichtig von den Wicklern ab, vom Ansatz zu den Spitzen hin (anders als Zöpfe oder Twists, die du von den Spitzen her löst); wenn du mehr Volumen willst, lockere die Locken mit den Fingern.
Mit Lockenwicklern werden die Locken meist runder und gleichmäßiger als mit Twists oder Zöpfen, und je größer der Wickler, desto lockerer die Locke. Wie lange die Locken halten, hängt von denselben Dingen ab wie bei jeder anderen Methode.
Die Locken am Morgen lösen
Locken über Nacht solltest du erst lösen, wenn das Haar vollständig trocken ist, also prüf zuerst das Innere der dicksten Partie, denn dort trocknet es am langsamsten. Löse jede Partie von den Spitzen nach oben, mit den Fingern statt mit der Bürste. Eine Bürste zieht die fertigen Locken in einzelne Haare auseinander, und die wirken dann unruhig und fusselig. Warum sich Haare überhaupt aufstellen, erklärt unser Beitrag zu Frizz im Haar. Danach fasst du die Locken möglichst wenig an; wenn du mehr Volumen willst, zieh sie vorsichtig mit den Fingern auseinander.
Was Locken über Nacht nicht können
Locken über Nacht können dir keine bestimmte Lockenform und keine feste Haltezeit versprechen, weil das Ergebnis von deiner Haarstruktur, der Länge, der Feuchtigkeit beim Eindrehen und vom Wetter abhängt. Hohe Luftfeuchtigkeit, Haar, das beim Lösen noch nicht ganz trocken war, und sehr glattes, rutschiges Haar lassen die Form schneller nachgeben. Bei glattem Haar entstehen für eine Weile Wellen oder Locken, aber keine natürliche Lockenstruktur, und die Form ist wieder weg, sobald das Haar nass wird. Wellt sich dein Haar von selbst, zeigt der Beitrag Wellige Haare pflegen, wie du diese natürliche Struktur pflegst. Was alle Methoden hier gemeinsam haben: Du brauchst kein heißes Stylinggerät.
Unsere Seiden-Scrunchies
Unsere schmalen, 10 mm breiten Seiden-Scrunchies bestehen aus 100 % Maulbeerseide mit 22 Momme, derselben Seide wie bei unseren Kissenbezügen, und umhüllen einen hochelastischen Kern. Die Rohseide ist in die Güteklasse 6A eingestuft, die höchste Klasse der chinesischen Rohseidennorm (GB/T 1797). Eine breitere Version mit 35 mm gibt es ebenfalls. Die Scrunchies tragen das OEKO-TEX MADE IN GREEN Label.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich Locken über Nacht?
Für Locken über Nacht wickelst oder flichtst du feuchtes Haar vor dem Schlafengehen, mit einem weichen Gürtel, einem Scrunchie, Zöpfen, Twists oder Bantu Knots, lässt es vollständig trocknen, meist über Nacht, und löst es danach mit den Fingern.
Sollten die Haare für Locken über Nacht nass oder trocken sein?
Für Locken über Nacht sollten die Haare handtuchfeucht sein: nicht tropfnass, weil sie sonst am Morgen womöglich noch feucht sind, und nicht ganz trocken, weil trockenes Haar kaum noch eine Form annimmt.
Wie lange müssen Locken über Nacht trocknen?
Locken über Nacht müssen so lange bleiben, bis das Haar vollständig trocken ist, und das heißt für die meisten eine Nacht. Dickes oder langes Haar kann länger brauchen, deshalb prüf erst das Innere einer Partie, bevor du den Rest löst.
Gehen Locken über Nacht auch bei kurzen Haaren?
Locken über Nacht gehen auch bei kurzen Haaren, und zwar mit den Methoden, die am wenigsten Länge brauchen, etwa kleinen Zöpfen, Twists oder Bantu Knots. Für den Gürtel und die Scrunchie-Methode muss das Haar lang genug zum Wickeln sein, ungefähr bis zur Schulter.
Wie schlafe ich am besten mit Locken über Nacht?
Mit Locken über Nacht schläfst du am besten, wenn du die Frisur zusammenhältst, jedes Haarband weich lässt und mit handtuchfeuchtem statt nassem Haar ins Bett gehst. Leg dich so hin, dass dicke Wicklungen über oder neben deinem Kopf liegen statt darunter, und setz bei Bedarf eine Haube darüber.
Wie halten Locken über Nacht länger?
Wie lange Locken über Nacht halten, legt keine Methode fest, aber drei Dinge hast du in der Hand: das Haar vollständig trocknen lassen, bevor du die Frisur löst, die Locken danach möglichst wenig anfassen und an feuchten Tagen damit rechnen, dass die Form schneller nachgibt.
RENESSY · Stand: September 2026


