Artikel: Protein für die Haare: Anzeichen von zu viel Protein und was hilft
Protein für die Haare: Anzeichen von zu viel Protein und was hilft
Protein-Overload, sinngemäß zu viel Protein für die Haare, nennen Haarpflege-Communitys Haar, das nach einer Reihe proteinreicher Produkte steif, rau und brüchig wird. Das Gefühl ist echt, aber eine Studie zu Protein-Overload selbst haben wir nicht gefunden, und Trockenheit, Schäden und Rückstände verursachen dieselben Anzeichen. Die meisten Ratgeber empfehlen eine Proteinpause, eine Wäsche mit Tiefenreinigungsshampoo und mehr Pflege; wird das Haar danach weniger steif, hat Protein vielleicht eine Rolle gespielt, auch wenn die Wäsche und die Pflege zugleich Rückstände und Trockenheit angehen.
Was ist Protein-Overload bei Haaren?
Protein-Overload ist ein Begriff aus Haarpflege-Communitys für steifes, strohiges Haar, das nach zu vielen Proteinprodukten leicht reißt. Ratgeber erklären ihn auf zwei Arten, die nicht zusammenpassen: Entweder lagert sich Protein auf der Oberfläche ab, oder das Haar enthält zu viel Protein und zu wenig Feuchtigkeit. Für keine der beiden Erklärungen nennen sie eine Quelle.
Wir haben keine Studie gefunden, die zeigt, dass es Protein-Overload als Zustand des Haares gibt, und auch keine, die zeigt, dass sich das Haar durch Proteinprodukte im Alltag steif oder brüchig anfühlt, auch wenn du beides liest. In PubMed und Europe PMC taucht der Begriff in medizinischer und biologischer Forschung zu ganz anderen Themen auf, zum Beispiel zu Nierenerkrankungen. Die Anzeichen sind trotzdem echt, und die folgenden Abschnitte behandeln ihre besser belegten Ursachen.
Hydrolysiertes Protein ist Protein, das in kleinere Bruchstücke, sogenannte Peptide, oder in Aminosäuren zerlegt wurde. In der Kosmetik gilt es als pflegender Inhaltsstoff: Eine Sicherheitsbewertung von 2018 führt hydrolysiertes Weizenprotein als haut- und haarpflegenden Stoff, und eine Übersichtsarbeit von 2023 nennt Pflegestoffe auf Proteinbasis als eine von drei Hauptgruppen.
Wo das Protein landet, hängt von der Größe der Bruchstücke ab. In einer Laborstudie von 2021 an chemisch geglätteten (relaxten) Fasern von texturiertem Haar drangen kleine und mittelgroße Keratinbruchstücke tief in den Cortex ein, den Hauptteil des Haares, während die größten überwiegend an der Oberfläche blieben. Die Übersichtsarbeit von 2023 und eine Laborstudie von 2026 an geschädigtem Haar beschreiben dieselbe Aufteilung: Kleine Bruchstücke gelangen ins Haar, große bleiben vor allem an der Schuppenschicht, der äußeren Schicht. Das stützt den Teil der Erklärung mit der Ablagerung, der die Oberfläche betrifft, aber keine Studie, die wir gefunden haben, hat gemessen, ob sich Haar durch eine Proteinschicht auf der Oberfläche steif anfühlt.
Steifer heißt nicht brüchiger
Der Elastizitätsmodul gibt an, wie stark ein Material einer Dehnung widersteht; ein steifes Material hat einen hohen Modul. In der Studie von 2021 erhöhten mittelgroße und große Keratinbruchstücke den Modul der relaxten Haarfasern, und die behandelten Fasern brachen bei 20 % und 80 % relativer Luftfeuchtigkeit seltener: Im Labor wurde mit Protein behandeltes Haar steifer, ohne leichter zu brechen. Die Studie hat einzelne Fasern gemessen, nicht, wie sich Haar anfühlt, aber sie deutet darauf hin, dass „steif und brüchig“ zwei verschiedene Dinge beschreiben könnte.
Anzeichen für Protein-Overload
Ratgeber beschreiben die Anzeichen ziemlich einheitlich:
- Das Haar fühlt sich steif und rau an.
- Längen und Spitzen fühlen sich strohig an.
- Ein Haar reißt beim Dehnen, statt etwas nachzugeben.
- Das Haar wirkt stumpf, mit drahtigem Frizz.
- Locken verlieren ihre Form.
Trockenes und geschädigtes Haar zeigt dieselben Anzeichen, deshalb ist der Zeitpunkt der beste Hinweis: Haben sie angefangen, nachdem du Proteinprodukte dazugenommen hast? Wie Locken länger halten, wenn du sie mit Hitze legst, erklärt unser Ratgeber dazu.
Protein oder Feuchtigkeit: Wie Ratgeber die Anzeichen deuten
Ist dein Haar nach einer Reihe von Proteinprodukten steif geworden, raten die meisten Ratgeber zu weniger Protein und mehr Pflege; fühlt es sich rau und trocken an, ohne dass du deine Produkte gewechselt hast, führen sie es auf Trockenheit zurück. Die Tabelle zeigt, wie Ratgeber die Anzeichen üblicherweise Protein oder Feuchtigkeit zuordnen, und ist keine gemessene Skala.
| Anzeichen | Häufig als zu viel Protein gedeutet | Häufig als zu wenig Feuchtigkeit gedeutet | Häufig als zu viel Feuchtigkeit gedeutet |
|---|---|---|---|
| Gefühl | Steif, rau, strohig | Rau, strohig, schwer zu kämmen | Weich und matschig |
| Beim Dehnen | Reißt schon bei sehr wenig Dehnung | Kann ebenfalls reißen; Ratgeber nennen dafür keine eigene Deutung | Dehnt sich weit, reißt dann oder federt nicht zurück |
Steifheit ist nicht nur ein Zeichen für Protein: Haar, das weniger Wasser enthält, ist ebenfalls steifer, wie die Ergebnisse weiter unten zeigen.
Der Dehnungstest ist ein verbreiteter Test für zu Hause: Du dehnst vorsichtig ein einzelnes Haar und beobachtest, was passiert. Ratgeber deuten schnelles Reißen als zu viel Protein und eine weite Dehnung als zu viel Feuchtigkeit, aber wir haben keine Studie gefunden, die zeigt, dass der Test zu viel Protein von Trockenheit oder von zu viel Feuchtigkeit unterscheiden kann.
Dasselbe Haar verändert sich außerdem von Tag zu Tag. Eine Studie von 2022 maß die Steifheit (den Elastizitätsmodul) bei nassem Haar mit etwa 2 GPa und unter Standard-Prüfbedingungen mit etwa 4 GPa; nasses Haar ist also ungefähr halb so steif wie trockenes. Eine Studie von 2007 fand, dass Haar stetig weniger steif wird, wenn die Luftfeuchtigkeit von 50 % auf 80 % steigt; sie nennt das Elastizität, meint aber Steifheit, nicht Dehnbarkeit. Dasselbe Haar liefert beim Test also nass oder trocken, an einem feuchten oder an einem trockenen Tag ein anderes Ergebnis.
Damit die Ergebnisse vergleichbarer werden, teste immer im selben Zustand und vergleiche Haare von verschiedenen Stellen deines Kopfes.
Zuerst Ursachen mit ähnlichen Anzeichen ausschließen
Prüfe diese Ursachen für steifes Haar, das reißt, bevor du Protein verantwortlich machst:
- Trockene Luft. In der Studie von 2007 wurde Haar stetig steifer, als die Luftfeuchtigkeit von 80 % auf 50 % sank; trockenere Luft allein kann also verändern, wie steif dein Haar ist.
- Blondieren, Färben und Hitze. Chemische Behandlungen und heiße Stylinggeräte können Haar rau und anfällig für Haarbruch machen; in unserem Ratgeber über geschädigte Locken steht, womit du zuerst aufhören solltest. Woran du solche Schäden bei jedem Haartyp erkennst, erklärt unser Ratgeber dazu, wie kaputte Haare aussehen.
- Rückstände von Stylingprodukten, Trockenshampoo oder Kalk aus hartem Wasser. Ratgeber empfehlen gegen Produktreste ein Tiefenreinigungsshampoo und gegen Kalk ein Shampoo, das für hartes Wasser ausgewiesen ist. Mehr zur Tiefenreinigung steht in unserem Ratgeber über glänzende Haare.
- Zu wenig Spülung. Haar, das selten eine Spülung bekommt, fühlt sich ebenfalls rau und strohig an; unser Ratgeber über trockene Haare stellt eine Routine vor.
Was bei Protein-Overload hilft
„Helfen“ heißt hier, Rückstände zu entfernen und deine Pflege anzupassen; das Haar selbst wird dadurch nicht dauerhaft repariert. Ein gespaltenes oder abgebrochenes Haar lässt sich nicht wiederherstellen: Pflegeprodukte können eine gespaltene Spitze nur eine Zeit lang zusammenhalten oder glätten, und dauerhaft hilft nur, sie abzuschneiden. Gegen Protein-Overload empfehlen die meisten Ratgeber, vorerst auf Produkte mit Protein in der Inhaltsstoffliste zu verzichten, einmal mit einem Tiefenreinigungsshampoo zu waschen, die Längen zu pflegen und Proteinprodukte danach einzeln wieder zu verwenden.
- Leg eine Proteinpause ein. Achte in der Inhaltsstoffliste auf hydrolysiertes Keratin, hydrolysiertes Weizenprotein, hydrolysiertes Kollagen und Aminosäuren; auf Etiketten steht oft die englische Schreibweise „hydrolyzed“. Aminosäuren sind Bausteine von Proteinen und keine ganzen Proteine, aber Ratgeber zählen sie trotzdem dazu.
- Wasch einmal mit einem Tiefenreinigungsshampoo. Tiefenreinigungsshampoos sind stärker als normale, deshalb nimmst du sie nur so oft wie nötig.
- Pflege Längen und Spitzen mit einer Spülung oder einer Feuchtigkeitsmaske.
- Führe Protein langsam wieder ein. Wenn du ein Produkt nach dem anderen nimmst, siehst du leichter, auf welches dein Haar reagiert, falls überhaupt auf eines.
Ändert sich nach der Proteinpause nichts, prüf noch einmal die Ursachen mit ähnlichen Anzeichen weiter oben, vor allem trockene Luft, Schäden und Kalk.
Welches Haar ist anfälliger für Protein-Overload?
Keine Studie, die wir gefunden haben, zeigt, welches Haar anfälliger für Protein-Overload ist, und Ratgeber widersprechen sich: Die einen nennen Haar mit geringer Porosität, die anderen lockiges oder hochporöses Haar, und keine Seite nennt eine Studie. Eine Quelle gibt es nur für etwas Engeres: Eine Übersichtsarbeit von 2015 berichtet, dass sich auf chemisch behandeltem Haar mehr Protein ablagerte, besonders auf blondiertem Haar. Unser Ratgeber, wie du deine Haarporosität testen kannst, folgt der einen Sicht: Mehrere Ratgeber berichten, dass sich Haar mit geringer Porosität bei zu viel Protein steif anfühlen kann.
Brüchiges Haar in der Nacht
Brüchiges Haar bricht bei alltäglicher Reibung leichter, und nachts bewegt sich dein Haar bei jedem Umdrehen über den Kissenbezug. Unsere anderen Ratgeber empfehlen für die Nacht einen lockeren Zopf oder Dutt statt einer straffen Frisur. Bei der Reibung hat Seide meist einen Vorteil: An ihrer glatten, dichten Oberfläche entsteht weniger Reibung am Haar als an einem Baumwollgewebe. Ein Kissenbezug repariert kein Haar, das schon geschädigt ist. Welche anderen Unterschiede es zwischen den beiden Stoffen gibt, zeigt unser Vergleich Seide oder Baumwolle.
Was wir nicht gefunden haben
Eine begutachtete Studie zu Protein-Overload haben wir nicht gefunden, und auch keine, die den Dehnungstest für zu Hause validiert. Außerdem haben wir die festen Einwirkzeiten für Masken und die Wartezeiten weggelassen, die manche Ratgeber angeben, weil keine Quelle, die wir gefunden haben, sie mit Protein-Overload in Verbindung bringt. Pflege macht trockenes Haar geschmeidiger und leichter kämmbar, repariert es aber nicht dauerhaft.
Woraus unsere Seidenkissenbezüge bestehen
Die Seidenkissenbezüge von RENESSY bestehen auf beiden Seiten aus 100 % Bio-Maulbeerseide mit einem Gewicht von 22 Momme. Maulbeerseide kommt von Seidenraupen, die mit den Blättern des Maulbeerbaums aufgezogen werden, und Momme ist die Einheit, in der das Gewicht von Seidenstoff angegeben wird. Die verwendete Rohseide ist in die Güteklasse 6A eingestuft, die höchste Klasse der chinesischen Rohseidennorm (GB/T 1797). GOTS, der Global Organic Textile Standard, zertifiziert Textilien aus biologisch erzeugten Fasern. Die Seide ist GOTS-zertifiziert. OEKO-TEX MADE IN GREEN ist ein Label für Textilien, die auf Schadstoffe geprüft und in nachverfolgbarer, zertifizierter Produktion hergestellt wurden. Die Kissenbezüge tragen das Label OEKO-TEX MADE IN GREEN, und ihre Label-ID M27MNB1V9 lässt sich auf der Website von OEKO-TEX überprüfen. Außerdem tragen sie das Dermatest 5-Star-Siegel und das Dermatest-Siegel Sensitive Skin, dermatologisch getestet für empfindliche Haut. Jeder Bezug wird mit einem verdeckten YKK-Reißverschluss geschlossen.
Häufige Fragen zum Thema Protein für die Haare
Braucht mein Haar Protein oder Feuchtigkeit?
Ob dein Haar Protein oder Feuchtigkeit braucht, lässt sich am Gefühl allein schwer erkennen, weil Ratgeber raues, strohiges Haar sowohl auf zu viel Protein als auch auf zu wenig Feuchtigkeit zurückführen; hat die Rauheit angefangen, nachdem du Proteinprodukte dazugenommen hast, empfehlen die meisten Ratgeber, eine Proteinpause einzulegen und zuerst auf Pflege zu setzen.
Gibt es Protein-Overload wirklich?
Die Anzeichen, die Protein-Overload genannt werden, sind echt, aber wir haben keine Studie gefunden, die zeigt, dass zu viel Protein ihre Ursache ist.
Ist der Dehnungstest für Protein-Overload zuverlässig?
Der Dehnungstest ist ein verbreiteter Test für zu Hause, aber wir haben keine Studie gefunden, die zeigt, dass er zu viel Protein von Trockenheit oder von zu viel Feuchtigkeit unterscheiden kann. Nasses Haar ist ungefähr halb so steif wie trockenes, teste also immer im selben Zustand.
Ist lockiges Haar anfälliger für Protein-Overload?
Wir haben keine Studie gefunden, die zeigt, dass lockiges Haar anfälliger für Protein-Overload ist; eine Übersichtsarbeit berichtet, dass sich auf blondiertem und chemisch behandeltem Haar mehr Protein ablagerte.
Quellen
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