Wie sehen kaputte Haare aus? Anzeichen und einfache Checks
Wie sehen kaputte Haare aus? Sie wirken rau und stumpf, und ihre Spitzen spalten sich, brechen ab oder verknoten sich. Oft fühlen sie sich trocken oder strohig an, haben keine Spannkraft und halten eine Frisur nicht so wie das Haar nah an der Kopfhaut. Dieser Ratgeber erklärt die Anzeichen, den Vergleich von Ansatz und Spitzen, was Tests zu Hause nicht zeigen, die Ursachen und wie sich ein Schaden von Haarausfall unterscheidet.
Was ist geschädigtes Haar?
Dermatologen nennen den Verschleiß, der hinter kaputten Haaren steckt, Verwitterung. Eine dermatologische Übersichtsarbeit von 2011 beschreibt sie so: Die Schuppenschicht, die äußere Schicht aus überlappenden Zellen, wird angehoben und porös, der darunterliegende Cortex liegt frei, und das Haar verliert Glanz, Elastizität und Festigkeit, bis es bricht. Eine Übersichtsarbeit von 2015 ergänzt, dass die Verwitterung vom Ansatz zur Spitze zunimmt und dass normale Verwitterung durch den alltäglichen Umgang mit dem Haar entsteht.
Gesundes Haar gilt dagegen allgemein als glänzend, mit glatter Struktur und sauber geschnittenen oder spitz zulaufenden Enden, wie eine Übersichtsarbeit von 2007 festhält. Geschädigtes Haar kommt oft vor: Die Übersichtsarbeit von 2011 nennt die Verwitterung das nach Haarausfall und dünner werdendem Haar häufigste Haarproblem, mit dem Patientinnen und Patienten in die Hautarztpraxis gehen, und hält fest, dass sie auch bei normalem Haar auftritt, besonders zu den Spitzen langer Haare hin.
Wie sehen kaputte Haare aus? Die Anzeichen
Für die meisten der folgenden Anzeichen gibt es einen eigenen Ratgeber; diese Liste beschränkt sich auf das, was du siehst und fühlst.
- Spliss: Die Spitze hat sich der Länge nach geteilt, was passiert, sobald die Schuppenschicht abgenutzt ist; mehr dazu in unserem Ratgeber über Spliss.
- Abgebrochene Haare: kurze Stücke ohne Wurzel, in der Bürste oder auf dem Kissen, manchmal mit einem winzigen weißen oder glänzenden Punkt an der Spitze, wo das Haar aufgefasert und abgebrochen ist (Dermatologen nennen das Trichorrhexis nodosa). Unser Ratgeber über Haarbruch erklärt, wie sich das vom täglichen Haarverlust unterscheidet.
- Raue, stumpfe, strohige Längen: Geschädigtes Haar sieht trocken aus und fühlt sich trocken an, wie es eine von der Cleveland Clinic zitierte Dermatologin formuliert. Trockenheit allein ist allerdings noch kein struktureller Schaden; unser Ratgeber über trockene Haare erklärt, woher sie kommt.
- Knoten, die sich kurz nach dem Kämmen an den Spitzen bilden: Die Übersichtsarbeit von 2015 bringt Verwitterung mit dem Verknoten in Verbindung.
- Frizz in den Längen: Kurze Härchen am Oberkopf können einfach nachwachsendes Haar sein, wie unser Ratgeber über Frizz im Haar erklärt.
- Keine Spannkraft: Ein Haar dehnt sich, ohne zurückzufedern, oder reißt schon bei geringer Dehnung. Verwittertes Haar verliert Elastizität; reißt ein Haar aber schon bei geringer Dehnung, nachdem du proteinreiche Produkte verwendet hast, nennen Haarpflege-Ratgeber das Proteinüberpflegung.
- Haar, das Wasser schnell aufsaugt und schnell trocknet: Geschädigtes Haar ist poröser, und dieselbe Dermatologin sagt, dass es meist rasch trocknet. Wenn du zu Hause deine Haarporosität testen willst: Ein solcher Test ist kein validiertes Messverfahren für die Porosität.
- Locken oder Wellen, die von den Spitzen her ihr Muster verlieren: Geschädigtes Haar hält keine Locke und keine Frisur, sagt dieselbe Dermatologin. Mehr dazu in unserem Ratgeber über geschädigte Locken.
Die Tabelle fasst dieselben Anzeichen zusammen.
| Anzeichen | Was du siehst oder fühlst | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Spliss | Spitzen in zwei oder mehr Äste geteilt | Ratgeber über Spliss |
| Abgebrochene Haare | Kurze Stücke ohne Wurzel; manchmal weiße oder glänzende Punkte an den Spitzen | Ratgeber über Haarbruch |
| Raue, stumpfe Längen | Wenig Glanz, strohiges Gefühl; Trockenheit allein kann genauso aussehen | Ratgeber über trockene Haare |
| Knoten | Spitzen verknoten sich kurz nach dem Kämmen | Dieser Ratgeber |
| Frizz | Haare stehen von den Längen ab; kurze am Oberkopf können nachwachsendes Haar sein | Ratgeber über Frizz im Haar |
| Keine Spannkraft | Dehnt sich, ohne zurückzufedern, oder reißt sofort | Dieser Ratgeber |
| Schnelles Aufsaugen und Trocknen | Nimmt Wasser leicht auf, trocknet meist schnell | Ratgeber über Haarporosität |
| Verlorenes Lockenmuster | Spitzen lockerer oder glatter als der Ansatz | Ratgeber über geschädigte Locken |
Woran erkennt man kaputte Haare?
Am einfachsten kannst du kaputte Haare erkennen, indem du deine Spitzen mit dem Ansatz vergleichst. Das Haar nah an der Kopfhaut ist am jüngsten, die Spitzen sind am ältesten und haben am meisten Waschen, Bürsten, Hitze und Sonne hinter sich.
Schau bei Tageslicht hin, mit trockenem, offenem Haar, und folge ihm mit Augen und Fingern vom Ansatz bis in die Spitzen. Sind die Spitzen stumpfer, rauer oder heller als der Ansatz, spalten sie sich oder brechen sie ab, und locken oder legen sie sich anders? Die Übersichtsarbeit von 2011 rät, die ganze Länge zu prüfen, weil sich Verwitterung meist an den Spitzen am deutlichsten zeigt.
Ein gewisser Unterschied ist normal, denn der alltägliche Umgang mit dem Haar nutzt jedes Haar ein wenig ab. Ein Schaden zeigt sich außerdem oft dort, wo seine Ursache wirkt: In einem Bericht von 2011 über drei Fälle bekamen Männer, die ihr Haar viele Male am Tag mit einem bestimmten Kamm kämmten, in dem Bereich, den sie kämmten, abgebrochene Haare mit glänzend weißen Spitzen. Zeigt der Vergleich keinen Unterschied, schließt das einen frühen Schaden nicht aus, wie der nächste Abschnitt erklärt.
Tests zu Hause und was sie nicht zeigen können
Wir haben keine Studie gefunden, welche die drei folgenden Heimtests validiert; nimm ihre Ergebnisse deshalb als Hinweis, nicht als Diagnose.
Dehnungstest. Du ziehst vorsichtig an einem einzelnen Haar. Ratgeber zu Haarschäden werten ein Haar, das zurückfedert, als gesund und eines, das sofort reißt oder sich weit dehnt, ohne zurückzufedern, als geschädigt, während Protein-Ratgeber das Reißen als zu viel Protein und die weite Dehnung als zu viel Feuchtigkeit deuten. Wir haben keinen einheitlichen Richtwert gefunden. Die Übersichtsarbeit von 2015 berichtet, dass nasses Haar, das zu weit gedehnt wird, sich dauerhaft verändert; der Test selbst belastet das Haar also. Nasses Haar bricht außerdem viel leichter als trockenes, hält die dermatologische Übersichtsarbeit von 2011 fest; teste deshalb jedes Mal im selben Zustand.
Wassertest und Strähnentest. Beide sollen die Porosität prüfen, also wie leicht Haar Wasser aufnimmt, doch keiner der beiden misst sie direkt. Beim Wassertest gibst du ein paar saubere Haare in ein Glas Wasser und beobachtest, ob sie oben schwimmen oder sinken; beim Strähnentest lässt du ein Haar zwischen Daumen und Finger von der Spitze zum Ansatz gleiten und achtest darauf, ob es sich rau anfühlt, was auch einfach bedeuten kann, dass die Längen trocken sind. Im Labor wird Porosität mit Geräten gemessen, etwa per Gassorption wie in einer Studie von 2008, deshalb ist ein Ergebnis aus dem Wasser- oder Strähnentest nur ein Hinweis.
Ein früher Schaden zeigt sich womöglich gar nicht. In einer Studie von 2016 mit 25 Frauen, von denen 19 ihr Haar sechs Monate lang mindestens einmal im Monat blondiert, gefärbt oder geglättet hatten, zeigte sich der Schaden unter dem Rasterelektronenmikroskop, doch eine normale Untersuchung, ein Lichtmikroskop und ein Dermatoskop (die Lupe, die Dermatologen verwenden) fanden bei keiner Probe eine signifikante Veränderung.
Was schädigt Haare?
Eine Übersichtsarbeit von 2025 teilt die Ursachen in physikalische ein, etwa Reibung, Kämmen, Bürsten und Hitze, und in chemische, etwa Blondieren, Färben, Dauerwellen und chemisches Glätten. Sie summieren sich mit der Zeit.
Hitze. In einer Laborstudie von 2011 zeigten Haarsträhnen, die 30 Tage lang 30-mal gewaschen und getrocknet wurden, umso mehr Schäden an ihrer Oberfläche, je heißer der Föhn war. Hitze auf nassem Haar ist ein besonderes Risiko: Styling oberhalb des Siedepunkts von Wasser kann im Inneren des Haars mit Dampf gefüllte Hohlräume bilden, erklärt die dermatologische Übersichtsarbeit von 2011. Ein Fallbericht von 2011 beschreibt eine junge Frau, die ihr nasses Haar innerhalb eines Monats zweimal mit einem heißen Glätteisen geglättet hatte, und hält fest, dass so geschädigtes Haar trocken und drahtig aussieht und stellenweise abbricht.
Chemie. In einer Studie von 2024, die das unbehandelte Haar einer Frau mit demselben Haar nach dreimaligem Blondieren verglich, zeigte das blondierte Haar eingerissene, raue Schuppen und, wo sich die Schuppenschicht gelöst hatte, Risse entlang des freiliegenden Cortex. Die Übersichtsarbeit von 2015 ergänzt, dass Blondiermittel, Haarfarben und Glättungsmittel das Haar schwächen können, was zu Haarbruch führt.
Umgang. Die American Academy of Dermatology zählt Trockenrubbeln mit dem Handtuch, häufigeres Bürsten, als fürs Styling nötig ist, und straffe Pferdeschwänze, Dutts oder Cornrows zu den Gewohnheiten, die Haar schädigen. Eine Analyse von Kämmversuchen aus dem Jahr 2010 schlug vor, Bürsten und Kämmen als Ermüdungsprozess zu betrachten, bei dem kleine Fehlstellen mit jedem Durchgang wachsen, bis das Haar reißt; spätere Arbeiten sehen allerdings eher Reibung und Verknoten als Ursache. Reibung gehört zu den Schadensursachen, die die Übersichtsarbeit von 2015 nennt, und nachts kann dein Haar am Kissenbezug reiben, wenn du dich bewegst. Bei der Reibung hat Seide meist einen Vorteil: Sie reibt weniger am Haar als ein Baumwollgewebe. Bereits geschädigtes Haar repariert ein Kissenbezug nicht.
Sonne, Waschen und Chlor. UV-Licht kann Haar austrocknen, seine Struktur schwächen und seine Farbe verblassen lassen, so die Cleveland Clinic. In einer Laborstudie von 2016 wurden Haarsträhnen, die simuliertem Sonnenlicht und wiederholtem Waschen ausgesetzt waren, am stärksten geschädigt, wenn beides zusammenkam. Auch gechlortes Poolwasser kann zur Verwitterung beitragen, hält die Übersichtsarbeit von 2025 fest.
Lassen sich kaputte Haare reparieren?
Nein. Geschädigte oder gespaltene Längen lassen sich nicht reparieren, sondern nur abschneiden. Haar ist kein lebendes Gewebe, und die dermatologische Übersichtsarbeit von 2011 kommt zu dem Schluss, dass Schäden am Haarschaft dauerhaft sind.
Pflege hilft trotzdem auf zwei Arten. Sie kann dafür sorgen, dass sich geschädigte Längen glatter anfühlen und leichter kämmen lassen: Die Übersichtsarbeit von 2015 beschreibt, dass Spülungen die Reibung verringern, das Haar entwirren und die Kämmbarkeit verbessern, während die Übersichtsarbeit von 2011 festhält, dass hydrolysierte Proteine in pflegenden Produkten Risse im Haar nur bis zur nächsten Wäsche füllen können. Und sie kann dazu beitragen, neuen Schaden zu verhindern: In einer Laborstudie von 2026 zerbrachen blondierte Haarsträhnen, die maschinell 5.000-mal gekämmt wurden, in mehr Bruchstücke als unbehandelte, und eine Spülung senkte die Zahl der Bruchstücke.
Der geschädigte Teil wächst heraus. Sofern die Haarfollikel selbst keinen Schaden genommen haben, ersetzt ihn mit der Zeit neues Haar, und das nachwachsende Haar ist von den geschädigten Spitzen nicht betroffen.
Haarschaden oder Haarausfall?
Geschädigtes Haar bricht, während täglicher Haarverlust und Haarausfall von der Wurzel ausgehen; eine klinische Übersichtsarbeit von 2021 trennt Haarbruch auf dieselbe Weise vom Haarverlust an der Wurzel. Ein abgebrochenes Stück hat keine Wurzel, ein ausgefallenes Haar dagegen ist vollständig, mit einer kleinen hellen Verdickung am Ende. Haarverlust in gewissem Maß ist normal: Die American Academy of Dermatology beziffert ihn auf 50 bis 100 Haare am Tag.
Ärztinnen und Ärzte nutzen zwei schnelle Tests. Beim Zupftest (Pull-Test) zieht die Ärztin oder der Arzt sanft an einem Büschel Haare; lösen sich mehr Haare leicht, als zu erwarten wäre, ist das ein Zeichen für aktiven Haarausfall. Beim Tug-Test deutet ein Haar, das reißt, auf brüchiges Haar hin. Keiner der beiden ist ein Test für zu Hause. Dermatologen vermuten außerdem eine Störung des Haarschafts, wenn sich Struktur, Aussehen oder Frisierbarkeit des Haars verändern oder es nicht lang wird, und solche Defekte können genetisch bedingt sein, wie eine Übersichtsarbeit von 2011 zu Haarschaftstörungen festhält. Lass es ärztlich oder dermatologisch abklären, wenn dein Haar in größeren Mengen als sonst oder stellenweise mit der Wurzel ausgeht oder trotz sanfterer Pflege weiter abbricht.
Woraus unsere Seidenkissenbezüge bestehen
Unsere Seidenkissenbezüge bestehen aus 100 % Bio-Maulbeerseide der Güteklasse 6A mit 22 Momme. Beide Seiten sind aus Seide, und ein verdeckter YKK-Reißverschluss schließt jeden Bezug. Die Seide ist GOTS-zertifiziert. Die Kissenbezüge tragen das Label OEKO-TEX MADE IN GREEN mit der Label-ID M27MNB1V9, die du auf der Website von OEKO-TEX nachschlagen kannst. Die Kissenbezüge tragen außerdem das Dermatest 5-Star-Siegel und das Dermatest-Siegel Sensitive Skin, dermatologisch getestet auch für empfindliche Haut.
Häufige Fragen
Sind meine Haare kaputt oder nur trocken?
Trockenheit allein ist noch kein struktureller Schaden, auch wenn sich trockenes Haar ebenfalls rau anfühlen und stumpf aussehen kann. Spitzen, die sich spalten, und kurze abgebrochene Stücke in der Bürste deuten eher auf einen Schaden hin als auf Trockenheit. Pflege kann dafür sorgen, dass sich trockenes wie geschädigtes Haar besser anfühlt, den Schaden selbst repariert sie aber nicht dauerhaft.
Wie sieht Haar mit Hitzeschaden aus?
Haar mit Hitzeschaden kann trocken, rau und drahtig aussehen, mit glatten, steifen Partien, die ihr Muster nicht mehr halten, und Spitzen, die sich spalten oder abbrechen. In einem Fallbericht von 2011 hinterließ das Glätten nasser Haare mit einem heißen Glätteisen trockenes, sprödes und brüchiges Haar.
Wie sieht durch Blondieren geschädigtes Haar aus?
Durch Blondieren geschädigtes Haar fühlt sich meist rau an und bricht leicht, und es nimmt Wasser leicht auf. In einer Studie von 2024 mit dem dreimal blondierten Haar einer Frau sahen die Schuppen unter dem Mikroskop eingerissen aus, und eine Laborstudie von 2008 stellte fest, dass Blondieren die Zahl der Poren im Haar schnell erhöht. Ein früher Schaden ist mit bloßem Auge womöglich gar nicht zu sehen, wie eine Studie von 2016 mit 25 Frauen ergab.
Können kaputte Haare wieder normal werden?
Nein, geschädigte Längen werden nicht wieder normal; sie wachsen heraus und werden abgeschnitten. Neues Haar, das an der Kopfhaut nachwächst, ist von den geschädigten Spitzen nicht betroffen.
Fallen kaputte Haare aus?
Geschädigtes Haar bricht, statt auszufallen: Es reißt irgendwo entlang der Länge, und das abgebrochene Stück hat keine Wurzel. Haar, das als Ganzes ausgeht, mit einer hellen Verdickung am Ende, gehört zum täglichen Haarverlust oder zum Haarausfall; passiert das in größeren Mengen als sonst oder stellenweise, lass es ärztlich oder dermatologisch abklären.
Quellen
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RENESSY · Stand: September 2026


