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Artikel: Wie lange brauchen Haare zum Trocknen? Ursachen und was hilft

Haarpflege

Wie lange brauchen Haare zum Trocknen? Ursachen und was hilft

Wie lange brauchen Haare zum Trocknen, und warum dauert es bei dir so lange? Nasses Haar hält Wasser zwischen den Haaren und im Inneren jedes aufgequollenen Haares, und das Wasser im Inneren muss verdunsten. Je mehr Wasser dein Haar hält und je weniger trockene, bewegte Luft an das Haar kommt, desto länger dauert es. Länge, Dichte, ein feuchter Raum und hochgebundenes Haar bremsen das Trocknen, Ratgeber nennen außerdem kräftige Haare und Locken. Schneller geht es, wenn du das Wasser ausdrückst, das Haar in lockeren Partien trocknest und für bewegte Luft sorgst.

Wie Haar Wasser hält

Nasses Haar hält Wasser an zwei Stellen. Ein Teil sitzt zwischen den Haaren. In einer Laborstudie von 2003 schleuderten die Forschenden durchnässtes Haar in einer Zentrifuge, um dieses „Kapillarwasser“ zu entfernen, und werteten das Wasser, das danach noch im Haar war, als Wasser, das die Fasern selbst aufgenommen hatten. Im Alltag entfernst du das Wasser zwischen den Haaren, indem du es ausdrückst und mit dem Handtuch abtupfst; eine Studie, die gemessen hat, wie viel davon ein Handtuch aufnimmt, haben wir nicht gefunden.

Der Rest steckt in der Faser. Eine Übersichtsarbeit zur Haarforschung von 1987 berichtet, dass Haar bei 65 % relativer Luftfeuchtigkeit (wie viel Wasserdampf die Luft enthält, verglichen mit der Menge, die sie bei dieser Temperatur höchstens aufnehmen könnte) etwa 14,5 % Feuchtigkeit aufnimmt, vor allem in der Proteinmatrix im Inneren der Faser, und dabei im Durchmesser um etwa 16 % quillt, in der Länge aber nur um 1,2 %: Ein Haar, das Wasser aufnimmt, wird vor allem dicker und nur wenig länger. Wasser, das in die Faser eingedrungen ist, muss aus ihr wieder verdunsten.

Warum trocknen meine Haare so langsam?

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) nennt in einem Standardwerk zur Verdunstung drei Bedingungen. Um flüssiges Wasser in Dampf zu verwandeln, braucht es Energie, und diese Energie kommt aus der Wärme. Angetrieben wird die Verdunstung vom Unterschied im Wasserdampfgehalt zwischen der nassen Oberfläche und der umgebenden Luft, deshalb bremst feuchte Luft sie. Und die Luft direkt an der nassen Oberfläche füllt sich nach und nach mit Dampf, sodass die Verdunstung langsamer wird und zum Stillstand kommen kann, wenn diese Luftschicht nicht durch bewegte, trockenere Luft ersetzt wird. Das Werk behandelt Böden und Pflanzen, nicht Haare. Für das Haar selbst fand eine Laborstudie von 2007, dass der Wassergehalt des Haars, sobald es sich an die umgebende Luft angepasst hatte, zwischen 40 und 85 % relativer Luftfeuchtigkeit stetig mit der Luftfeuchtigkeit stieg.

Die meisten Gründe, warum Haare lange zum Trocknen brauchen, gehen auf diese drei Bedingungen zurück:

  • Die Menge an Haar: Mehr Haare halten mehr Wasser, und bewegte Luft kommt kaum an die inneren Lagen. Dichtes Haar braucht mehr Produkt, damit es überall ankommt, und trocknet langsamer. Wie viele Haare auf deiner Kopfhaut wachsen, erklärt unser Ratgeber zur Haardichte.
  • Die Dicke der einzelnen Haare: Haarpflege-Ratgeber sind sich einig, dass dicke, kräftige Haare langsamer trocknen als feine; eine Studie, die den Unterschied gemessen hat, haben wir nicht gefunden.
  • Die Länge: Längeres Haar ist schlicht mehr Haar, das Wasser hält.
  • Locken: Ratgeber weisen darauf hin, dass Locken und Coils Wasser in ihrer Form halten, sodass weniger vom Haar an der Luft liegt.
  • Viel Produkt und Rückstände: Laut Haarpflege-Ratgebern kann beides das Trocknen bremsen.
  • Ein feuchter oder kalter Raum: Die Luft in einem dampfigen Bad enthält schon viel Wasserdampf, und ein kalter Raum liefert weniger Wärme.
  • Hochgebundenes oder eingewickeltes Haar: Die Luft in einem Dutt, unter einer Klammer oder in einem Handtuch füllt sich mit Dampf und wird nicht ausgetauscht, deshalb trocknen die bedeckten Lagen langsamer.

Entscheidet die Porosität?

Porosität beschreibt in Haarpflege-Ratgebern, wie leicht Haar Wasser aufnimmt und wieder abgibt, und die meisten Ratgeber, die wir gelesen haben, sagen, dass Haar mit geringer Porosität am langsamsten trocknet. Geringe Porosität ist eine Bezeichnung aus Ratgebern, keine Kategorie aus dem Labor. Haarpflege-Ratgeber werten Haar, das schnell trocknet, meist als Haar mit hoher Porosität, und Laborstudien stellten fest, dass blondiertes Haar schneller Wasser verliert als unbehandeltes und dass verwittertes Haar schneller Wasser verliert als intaktes.

Bei geschädigtem Haar bedeutete mehr Wasser nicht, dass das Haar langsamer trocknete. In der Zentrifugenstudie von 2003 hielt blondiertes Haar deutlich mehr Wasser als unbeschädigtes, und doch verließ das Wasser blondiertes Haar etwa eine Stunde früher als unbehandeltes, wie eine Studie von 2022 zeigte, die schweres Wasser unter einem Infrarotmikroskop durch das Haar verfolgte. Eine Studie, die die Trockenzeit nach Porositätstyp gemessen hat, haben wir nicht gefunden. Haar, das schnell trocknet, ist vielleicht einfach kurz, fein oder weniger dicht; ist es blondiert, könnten es auch die oben genannten Laborbefunde erklären. Wie du die Porosität deines eigenen Haars einschätzt, erklärt unser Ratgeber zur Haarporosität.

Wie lange brauchen Haare zum Trocknen?

Eine einzige ehrliche Zahl dafür, wie lange Haare zum Trocknen brauchen, gibt es nicht, denn es hängt von Länge, Dichte und Dicke der Haare und vom Raum ab, und eine Studie, die das an echten Köpfen gemessen hat, haben wir nicht gefunden. Ratgeber im Netz nennen Trockenzeiten nach Haartyp, doch keine der Seiten, die wir gelesen haben, gibt eine Quelle dafür an. Manche Ratgeber sagen auch in Prozent, wie trocken das Haar sein sollte. Für keine solche Prozentangabe haben wir eine Studie gefunden.

Die einzige gemessene Trockenzeit, die wir gefunden haben, stammt aus einer Laborstudie von 2011: Eine Haarsträhne (ein kleines Bündel abgeschnittener Haare, wie es für Labortests verwendet wird) von 20 cm Länge und 2 g Gewicht, mit einem Handtuch leicht abgetupft, um die Tropfen zu entfernen, brauchte bei einer Raumtemperatur von 20 °C mehr als 2 Stunden, bis sie trocken war. Das ist eine kleine Strähne aus dem Labor, kein ganzer Kopf. Für den Abend vor dem Schlafen taugt die weiter unten beschriebene Druckprobe mehr als jede Zahl.

Haare lufttrocknen oder föhnen: Was ist besser?

Keins von beiden ist einfach besser: Wenn du die Haare an der Luft trocknen lässt, bleibt ihnen jede Hitze erspart, aber sie sind länger nass, und Föhnen verkürzt die nasse Phase, bringt aber Hitze ins Haar. In der Laborstudie von 2011 zeigte Haar, das mit einem Föhn aus 15 cm Abstand und in ständiger Bewegung getrocknet wurde, nach wiederholten Wäschen weniger Schäden als Haar, das an der Luft trocknete; die Autoren forderten weitere Forschung.

Dieselbe Studie maß auch die Temperatur direkt über dem Haar: Sie stieg, je näher der Föhn gehalten wurde, auf 47 °C bei 15 cm, 61 °C bei 10 cm und 95 °C bei 5 cm, und die Schäden an der Haaroberfläche nahmen mit der Temperatur zu. Die an der Luft getrocknete Gruppe zeigte an ihrer Oberfläche keine aufgestellte oder rissige Schuppenschicht, war aber die einzige Gruppe mit Schäden am Zellmembrankomplex, einer Schicht im Inneren des Haars, die in Wasser quillt; die Autoren vermuteten, dass der lange Kontakt mit Wasser ihr schaden könnte. Der Feuchtigkeitsgehalt des Haars danach unterschied sich zwischen den Trocknungsgruppen nicht signifikant.

Nimm Glätteisen und Lockenstab nur ab und zu und auf niedriger Stufe, denn häufige hohe Hitze macht das Haar trocken und spröde. Wenn du föhnst: Die Studie von 2011 hat den Abstand gemessen, und je weiter der Föhn vom Haar entfernt war, desto kühler blieb die Luft am Haar.

Haare schneller trocknen, mit oder ohne Föhn

Haare schneller trocknen heißt, so viel Wasser wie möglich zu entfernen und dann trockene, bewegte Luft an das ganze Haar zu lassen, und das meiste davon geht auch ohne Föhn.

  • Ausdrücken, nicht auswringen. Ein Ratgeber, den wir gelesen haben, warnt, dass Auswringen nasses Haar dehnen kann, und eine Übersichtsarbeit von 2015 berichtet, dass sich nasses Haar, das nicht chemisch behandelt wurde, um bis zu 30 % seiner Länge dehnen lässt, ohne Schaden zu nehmen, dass es sich bei stärkerer Dehnung aber unumkehrbar verändert. Was zu abgebrochenen Haaren führt, erklärt unser Beitrag über Haarbruch.
  • Abtupfen. Die American Academy of Dermatology rät, das Haar in ein Handtuch oder ein T-Shirt zu wickeln, damit es das Wasser aufnimmt, weil kräftiges Trockenrubbeln dem Haar schaden kann. Ratgeber empfehlen oft ein Mikrofasertuch; eine Studie, die verschiedene Handtücher verglichen hat, haben wir nicht gefunden.
  • Danach das Haar aus dem Handtuch nehmen und offen lassen, ohne Dutt oder Klammer, damit die Luft an jede Lage kommt.
  • In Partien trocknen. Styling-Ratgeber raten, in kleineren Partien zu arbeiten, im Nacken zu beginnen und sich zum Oberkopf hochzuarbeiten.
  • Wenn du föhnst: Einige Ratgeber raten, mit mittlerer Hitze zuerst den Ansatz zu föhnen.
  • Einen gelüfteten Raum wählen statt eines dampfigen Bads.
  • Die Luft bewegen: Ein Ventilator, ein offenes Fenster oder ein Föhn auf kalter Stufe hilft, die feuchte Luft direkt am Haar auszutauschen.

Eine Ausnahme vom offenen Trocknen ist das Plopping. Wie du Locken trocknest, etwa mit Plopping oder Diffusor, beschreibt unser Ratgeber zur Locken-Pflege-Routine.

Abends noch nass?

Für „trocken genug“ setzen wir zwei Schwellen an: eine fürs Schlafengehen überhaupt und eine höhere für eine Föhnfrisur oder geglättetes Haar. Wir empfehlen, dass die Haare vor dem Schlafen höchstens noch handtuchfeucht sind, also nicht mehr tropfen und beim Zusammendrücken kein Wasser mehr abgeben. Wie lange das dauert, hängt von Haarlänge, Haardichte, der noch im Haar sitzenden Wassermenge und der Raumluft ab, weshalb die Druckprobe der bessere Maßstab ist als die Uhr. Was eine nasse Nacht für Haar und Kopfhaut bedeutet und wann eine Haube auf feuchtes Haar darf, erklärt unser Ratgeber zum Schlafen mit nassen Haaren.

Für eine Föhnfrisur oder geglättetes Haar liegt die Latte höher. Geh mit vollständig trockenem Haar ins Bett, auch am Ansatz: Auch handtuchfeuchtes Haar ist noch feucht und trocknet in der Form, in die das Kissen es drückt. Wie eine Föhnfrisur oder geglättetes Haar die Nacht übersteht, steht in unserem Ratgeber Glatte Haare über Nacht.

Diese drei Dinge trocknen feuchtes Haar über Nacht nicht schneller:

  • Ein Handtuch-Turban. Er hält die Feuchtigkeit an Haar und Kopfhaut, statt sie abzugeben.
  • Ein Seidenkissenbezug. Er trocknet dein Haar nicht schneller: Ein dicht gewebtes Seidengewebe nimmt weniger Feuchtigkeit auf als ein saugfähiges Baumwollgewebe, sodass mehr Wasser im Haar bleibt. Für die Trockenzeit ist das eher ein Nachteil.
  • Eine geschlossene Haube. Jede geschlossene Haube bremst das Trocknen, ganz gleich, woraus sie besteht, weil die Luft darin feucht bleibt.

Was die Forschung nicht sagt

Eine Studie, die die Trockenzeit nach Haarlänge, Dichte oder Porositätstyp gemessen hat, haben wir nicht gefunden, ebenso wenig eine, die verschiedene Handtücher miteinander oder Rubbeln mit Abtupfen verglichen hat. Der einzige Vergleich von Lufttrocknen und Föhnen, den wir gefunden haben, ist eine Laborstudie an kleinen Strähnen, und ihre Autoren forderten weitere Forschung. Für die Trockenzeiten nach Haartyp, die wir im Netz gefunden haben, wird keine Quelle genannt.

Woraus unsere Seidenkissenbezüge bestehen

Die Seidenkissenbezüge von RENESSY bestehen auf beiden Seiten aus 100 % Bio-Maulbeerseide mit einem Gewicht von 22 Momme. Maulbeerseide kommt von Seidenraupen, die mit den Blättern des Maulbeerbaums aufgezogen werden, und Momme ist die Einheit, in der das Gewicht von Seidenstoff angegeben wird. Für die Rohseide gilt die Güteklasse 6A, eine Einstufung, die mehrere Eigenschaften des Fadens gemeinsam bewertet. GOTS, der Global Organic Textile Standard, zertifiziert Textilien aus biologisch erzeugten Fasern. Die Seide ist GOTS-zertifiziert. OEKO-TEX MADE IN GREEN ist ein Label für Textilien, die auf Schadstoffe geprüft und in nachverfolgbarer, zertifizierter Produktion hergestellt wurden. Die Kissenbezüge tragen das Label OEKO-TEX MADE IN GREEN, und ihre Label-ID M27MNB1V9 lässt sich auf der Website von OEKO-TEX überprüfen. Außerdem tragen sie das Dermatest 5-Star-Siegel und das Dermatest-Siegel Sensitive Skin, dermatologisch getestet für empfindliche Haut. Jeder Bezug wird mit einem verdeckten YKK-Reißverschluss geschlossen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis Haare trocken sind?

Wie lange es dauert, bis Haare trocken sind, hängt von Länge, Dichte und Dicke der Haare und vom Raum ab, und eine Studie, die das an echten Köpfen gemessen hat, haben wir nicht gefunden. Die einzige gemessene Trockenzeit, die wir gefunden haben, stammt aus einer Laborstudie von 2011, in der eine Strähne von 20 cm Länge und 2 g Gewicht bei 20 °C mehr als 2 Stunden zum Trocknen brauchte.

Brauchen Haare mit geringer Porosität länger zum Trocknen?

Haarpflege-Ratgeber sagen, dass Haar mit geringer Porosität länger zum Trocknen braucht, doch „geringe Porosität“ ist eine Bezeichnung aus Ratgebern und kein Messergebnis, und eine Studie, die die Trockenzeit nach Porositätstyp gemessen hat, haben wir nicht gefunden. Für geschädigtes Haar zeigen Laborstudien in die andere Richtung: Blondiertes Haar verlor schneller Wasser als unbehandeltes, und verwittertes Haar schneller als intaktes.

Ist Föhnen schlecht für die Haare?

Föhnen ist nicht einfach schlecht, beide Wege haben einen Nachteil: Föhnen bringt Hitze ins Haar, während Lufttrocknen das Haar länger nass lässt. In einer Laborstudie von 2011 nahmen die Schäden an der Haaroberfläche zu, je näher der Föhn gehalten wurde und je heißer die Luft am Haar war. Wenn du föhnst, halte den Föhn also auf Abstand.

Wie kann ich meine Haare ohne Föhn trocknen?

Um deine Haare ohne Föhn zu trocknen, drück das Wasser aus, tupf das Haar mit einem Handtuch oder T-Shirt ab, lass es offen, arbeite in Partien und lass es in einem Raum mit frischer, bewegter Luft trocknen, etwa von einem Ventilator oder einem offenen Fenster. Wring es nicht aus und lass es nicht im Handtuch eingewickelt.

Warum dauert das Föhnen so lange?

Auch beim Föhnen muss das Wasser im Inneren jedes aufgequollenen Haares verdunsten, und ebenso das Wasser, das noch zwischen den Haaren sitzt. Deshalb dauert es umso länger, je mehr Wasser dein Haar noch hält. Länge, Dichte und ein feuchter Raum bremsen das Trocknen, Ratgeber nennen außerdem kräftige Haare und Locken. Schneller geht es, wenn du das Haar in lockeren Partien trocknest.

Quellen

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